Gesundheit : Annika hatte Bulimie

Annika hat die Bulimie besiegt.
Annika hat die Bulimie besiegt.

Viel essen und sich übergeben – das ist eine Krankheit. Eine junge Frau erzählt, wie es ihr damit ging.

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07. August 2015, 23:33 Uhr

Nudeln, Pizza, Pommes, Kuchen – wer großen Hunger hat, würde am liebsten alles auf einmal essen. Irgendwann ist man aber richtig satt und hört auf zu essen. Manche Menschen haben genau damit ein Problem. Sie können nicht aufhören zu essen. So wie Annika früher. Sie aß super viel und übergab sich. Danach aß sie weiter. Sie hatte die Krankheit Bulimie. Das ist eine Essstörung.

Es begann, da war Annika ungefähr 20 Jahre alt. Sie hatte damals großen Kummer. Es ging ihr richtig mies, vor allem nach dem Essen. Sie aß deshalb kaum und trieb viel Sport. Mehrere Stunden täglich. „Ich bin morgens vor dem Frühstück aufgestanden und habe Sport gemacht, um mir überhaupt das Frühstück zu erlauben“, erzählt sie.

Annikas Körper wurde immer schwächer, das viele Trainieren wurde zu anstrengend. Sie aß immer weniger. Aber zwischendurch bekam sie schlimme Essanfälle. Sie stopfte sich eine Packung Nudeln mit mehreren Soßen hinein, drei oder vier Pizzen, viele Brötchen mit Wurst und Käse. Zum Nachtisch folgten Kuchen, Kekse, Knabberzeug und Gummibärchen. Sobald sich Annika voll fühlte, würgte sie auf der Toilette alles wieder aus. Danach futterte sie weiter.

Annika litt unter heftiger Bulimie. Fachleute glauben, dass Tausende Jugendliche Probleme mit dem Essen haben, vor allem Mädchen. Viele leiden an Ess-Brech-Anfällen. Eine Bulimie können Menschen bekommen, die gerade ganz viel Kummer haben. Das erklärt eine Expertin, die Menschen mit Essstörungen hilft, gesund zu werden. Die Expertin sagt: „Das Essen kann dann kurz trösten, man kann sich ablenken.“ Danach geht es ihnen aber so schlecht, dass viele sich übergeben.

„Weder das Essen noch das Erbrechen helfen wirklich, die Probleme zu lösen – ganz im Gegenteil. Es geht den Betroffenen eigentlich immer schlechter“, weiß die Expertin. Auch der Körper leidet. Deshalb benötigen Bulimie-Kranke dringend Hilfe.

Auch Annika wollte irgendwann, dass das aufhört. Sie ließ sich in mehreren Kliniken behandeln. Später gab ihr ein Verein ein Zimmer in einer besonderen Wohnung. Dort leben Mädchen mit Bulimie und Magersucht zusammen. Gemeinsam mit Erwachsenen, die sich damit auskennen. Die Bewohnerinnen lernen dort, richtig zu essen. Und sich selbst und ihren Körper liebzugewinnen.

Annika hat die Krankheit besiegt. Inzwischen lebt die 29-Jährige in einer eigenen Wohnung und ist glücklich.

Autorin: Cordula Dieckmann

Hintergrund

Unterschied zur Magersucht

Bei Bulimie und Magersucht geht es zwar oft um die Figur und darum, dünn auszusehen. Menschen mit Bulimie ist ihre Krankheit aber häufig nicht anzusehen. Sie sehen eher schlank und sportlich aus. Magersüchtigen ist ihre Krankheit dagegen irgendwann anzusehen. Manche sind nur noch Haut und Knochen, finden sich aber trotzdem noch zu dick und gar nicht krank. Dennoch achten sie haargenau darauf, was und wie viel sie essen. Beide Krankheiten verschwinden nicht einfach wieder. Die Betroffenen brauchen unbedingt Hilfe.

Hilfe bei Essstörungen

Essstörungen wie Bulimie müssen immer von Fachleuten behandelt werden. Deshalb ist es wichtig, Betroffenen schnell zu helfen. Sie sollen nicht allein mit ihren Problemen bleiben, rät eine Expertin. Das Beste: Mit den Eltern oder einem Erwachsenen sprechen, dem man vertraut. Auch wer sich um eine Freundin oder einen Freund sorgt, sollte das mit einem Erwachsenen besprechen. Gemeinsam lässt sich überlegen, wie dem Betroffenen geholfen werden kann oder wo es Hilfe gibt. Tipps für Beratungsstellen stehen im Internet zum Beispiel hier www.bzga-essstoerungen.de.

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