zur Navigation springen
Junge Zeitung

25. November 2017 | 03:17 Uhr

Das Thema : Angst in der Schule

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Nigeria greift eine extremistische Gruppe immer wieder Bildungseinrichtungen an / Schülerinnen entführt

Jeden Tag zum Unterricht gehen, außer am Wochenende – das ist bei uns ganz normal. In Nigeria in Afrika ist das anders. Viele Kinder gehen nicht zur Schule. Zum Beispiel, weil ihre Familien sehr arm sind, und die Kinder mithelfen müssen. Nigeria liegt im Westen von Afrika. Dort sind vor Kurzem viele Mädchen aus ihrer Schule entführt worden. Wahrscheinlich von einer Gruppe, die sich Boko Haram nennt. „Das bedeutet in etwa ,Westliche Bildung ist Sünde’“, sagt Florian Koch. Er ist Experte für Nigeria.

Die Leute von Boko Haram sind eine extreme Gruppe, die vor allem im Norden von Nigeria für Angst sorgt. In dem Teil sind viele Menschen besonders arm. Die Mitglieder von Boko Haram sehen ihren Glauben, den Islam, sehr streng. „Ihr Ziel ist es, in Nigeria einen Gottesstaat zu errichten“, sagt der Experte. Also einen Staat, der so funktioniert, wie es mit ihrem Glauben zusammenpasst.

Normale Schulen haben in diesem Gottesstaat keinen Platz. „Die Anhänger sind nicht mit dem einverstanden, was dort unterrichtet wird“, sagt der Experte. Stattdessen finden sie: Kinder sollten in Schulen gehen, in denen sie vor allem etwas über den Islam lernen. Boko Haram hat deshalb schon mal Universitäten und Schulen angegriffen. Für sie haben beide mit der Regierung zu tun, die sie bekämpfen. Mit der Entführung der Schülerinnen wollen sie wahrscheinlich zwei Dinge erreichen, glauben Fachleute. Zum einen sollen Eltern Angst bekommen und ihre Kinder nicht mehr in normale Schulen schicken. Und sie wollen Stimmung gegen die Regierung machen. Die hat es bisher nicht geschafft, die Mädchen zu befreien. Viele Leute sind deswegen enttäuscht von den Politikern. Überall auf der Welt hoffen Menschen, dass die Mädchen bald freikommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen