Wunschzettel : An den Weihnachtsmann

Mit ihrem Wunschzettel hat sich Martha viel Mühe gegeben.
Mit ihrem Wunschzettel hat sich Martha viel Mühe gegeben.

Postfiliale geöffnet: Kinder aus aller Welt schicken ihre Wunschzettel nach Himmelpfort in Brandenburg.

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13. November 2015, 23:52 Uhr

Wer lange durch den dunklen Wald im Norden Brandenburgs fährt, erreicht ein kleines Dorf namens Himmelpfort. Schon am Dorfeingang fällt eine bunt geschmückte Tanne auf. Lichtersterne hängen an den Straßenlampen. Und dann steht man vor der kleinen Post. Bunte Tannenbäume säumen den Eingang und viele Kinder mit roten Wangen halten ihre Wunschzettel in den Händen. Denn, wie jedes Jahr, erwartet man hier den Weihnachtsmann, damit er die Weihnachtspostfiliale bezieht. Weil es recht warm war, brauchte er keinen Schlitten, sondern kam im Elektroauto, dem Street Scooter, vorgefahren. 27 Kinder der Fürstenberger Drei Seen Grundschule freuten sich schon auf ihn.

Um die Zeit zu verkürzen, sangen sie aus lauten Kehlen alle Weihnachtslieder, die sie mit ihrer Lehrerin eingeübt hatten. Schon bald kam auf leisen Reifen der Weihnachtsmann herbei. Man konnte ihn von weit her an seiner Glocke hören, die er ertönen ließ. Gar prächtig war er anzuschauen in seinem roten Mantel und mit weißem Rauschebart. Natürlich hatte er auch einen großen Sack dabei mit kleinen Geschenken für alle.

Bis heute sind bereits 23 255 Briefe in der Weihnachtspost eingetroffen. Kinder aus aller Welt senden ihre Weihnachtswünsche hierher. Neben Deutsch, werden die Briefe auch in 17 Fremdsprachen beantwortet: Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Tschechisch, Russisch, Bulgarisch, Litauisch, Ungarisch, Rumänisch, Dänisch, Holländisch, Japanisch, Chinesisch und sogar Griechisch.

Vor 31 Jahren schrieben zwei Kinder aus Sachsen und Berlin einen Wunschzettel und schickten ihn an den Weihnachtsmann in Himmelpfort. Die Briefe wurden von netten Postmitarbeiterinnen beantwortet. Nach 1990 kamen in der Weihnachtszeit 1000 bis 2000 Briefe täglich hier an. Das konnten die netten Postmitarbeiterinnen nicht schaffen. So stellte die Deutsche Post 1995 erstmals zwei Weihnachtsmannhelfer ein.

Heute wird der Weihnachtsmann von 20 Engeln unterstützt, die jeden Brief handschriftlich beantworten. Im letzten Jahr gab es einen Rekord. 312 000 Briefe erreichten das kleine Postamt in Himmelpfort. 38 000 Briefe kamen aus dem Ausland. Denn auch dort hat es sich herumgesprochen, dass man seinen Wunschzettel hierher an den Weihnachtsmann senden kann. Rund 30 200 Gäste überreichten ihren Wunschzettel dem Weihnachtsmann auch persönlich. Denn der sitzt nun bis zum Heiligen Abend in der Post in Himmelpfort und empfängt seine Gäste von Dienstag bis Sonntag. Wer bis zum 3. Advent an folgende Adresse schreibt, bekommt garantiert eine Antwort: An den Weihnachtsmann, Weihnachtspostfiliale, 16798 Himmelpfort. Bitte Absender nicht vergessen. Die drei schönsten Wunschzettel werden in diesem Jahr ausgezeichnet.

Autorin: Silvia Friedrich

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