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tierisch : Allegro, der weiße Esel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vom Aussterben bedroht: Viele denken zuerst an Tiere in der Wildnis. Es gibt aber Haustiere, die seltener werden.

Sein lautes Iah ist schon aus der Ferne zu hören. Es klingt so wie bei den meisten anderen Eseln auch. Aber wer Allegro sieht, merkt: Ein ganz normaler Esel ist er nicht. Sein Fell ist nicht grau, sondern weiß und ganz leicht gelblich. Seine Augen sind nicht braun oder schwarz wie bei den meisten anderen Eseln.

Allegro blitzt die Besucher aus hellblauen Augen an. „Er ist ein Barock-Esel“, sagt Sarah Klindworth. Sie arbeitet im Wildpark Schwarze Berge in der Nähe von Hamburg. Allegro lebt in dem Tierpark auf einer großen Wiese. In früheren Zeiten waren Barock-Esel allerdings eher in feinen Gärten rund um Schlösser, Gutshöfen und Villen zu Hause. Die Zeit nennt man Barockzeit. Rund 300 bis 400 Jahre ist das her. Damals waren weiße Esel besonders beliebt, vor allem in den heutigen Ländern Österreich und Ungarn. Daher stammt auch der Name Barock-Esel. „In dieser Zeit wurde viel Wert darauf gelegt, dass alles schön und prunkvoll war. Und so sollten auch die Esel nicht einfach grau aussehen“, sagt Sarah Klindworth. Weiß war in der Barockzeit etwas Besonderes. Weiße Tiere, vor allem Pferde, galten als vornehm und als Lichtbringer. Sie standen für das Gute. Mit Schwarz dagegen verband man eher Tod und Verderben. Feine, adelige Familien, reiche Gutsbesitzer, Fürsten und Könige hielten sich gern weiße Esel. „Die feinen Menschen hielten sich solche Tiere damals nicht, um sie für sich arbeiten zu lassen“, erzählt Sarah Klindworth. Die weißen Esel dienten eher der Unterhaltung, vor allem für Frauen und Kinder.

Im Laufe der Zeit kamen die Barock-Esel aber aus der Mode. „Deshalb ist diese Rasse immer seltener geworden“, sagt Sarah Klindworth. Im Wildpark will man dazu beitragen, dass die Barock-Esel nicht ganz aussterben. Allegro sollte deshalb eine Familie gründen und Nachwuchs bekommen. „Zuerst war es gar nicht so einfach, eine passende Stute für ihn zu finden“, erzählt Sarah Klindworth. Eben weil es nicht mehr so viele Barock-Esel gibt. Aber dann klappte es doch. Die Eseldame Gloria kam zu Allegro in den Wildpark. „Zum Glück haben sich die beiden gleich gut verstanden“, sagt Sarah Klindworth. Nun wartet man gespannt auf den Nachwuchs.

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