Vorfall auf United-Airlines-Flug 3411 : Gebucht und bezahlt: Polizei zerrt Passagier gewaltsam aus Flugzeug

Der Passagier sagte, er sei Arzt und müsse zu Patienten. Den Sicherheitskräften war das egal.

Der Passagier sagte, er sei Arzt und müsse zu Patienten. Den Sicherheitskräften war das egal.

Keine Platzgarantie trotz Flugticket: Ein Fluggast in Chicago musste diese Erfahrung schmerzlich machen.

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11. April 2017, 12:00 Uhr

Washington | Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat einen Passagier gewaltsam aus der Kabine entfernen lassen, weil das Flugzeug überbucht war. Der Vorstandsvorsitzende von United, Oscar Munoz, entschuldigte sich für den Vorfall vom Sonntag. „Das ist ein Vorfall, der uns bei United alle ärgert“, sagte er laut Mitteilung vom Montag. Das Unternehmen werde sich an den betroffenen Passagier wenden.

Videos von dem Vorfall wurden im Internet millionenfach geklickt und zeigten, wie Sicherheitspersonal einen Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeuges zieht. Offenbar unter Schock sagt der Mann später mehrfach: „Tötet mich einfach!“ und „Ich muss nach Hause.“

Die Fluggesellschaft hatte den Flug von Chicago nach Louisville (Kentucky) überbucht und bat Passagiere, den Flieger wieder zu verlassen, wie unter anderem die Zeitung „Chicago Tribune“ berichtete. Einer der Gründe war demnach, dass eine United-Crew dringend an Bord sollte, weil sie für einen Flug am nächsten Morgen in Louisville eintreffen musste.

Vier Freiwilligen, die eine Nacht länger in Chicago bleiben würden, habe die Fluggesellschaft eine kostenlose Hotelübernachtung sowie 400 Dollar Prämie geboten. Später habe United das Prämienangebot sogar auf 800 Dollar verdoppelt. Da sich aber keiner gemeldet habe, seien Passagiere per Zufall von einem Computer ausgewählt worden.

Der dann gewaltsam hinausgezogene Passagier ging nicht auf das Angebot ein, mit der Begründung, er sei Arzt und müsse am nächsten Tag Termine mit Patienten in Louisville einhalten. Er habe sich gewehrt und geschrien, jedoch ohne Erfolg. Der Tweet eines Mannes auf Twitter zeigt, dass der Passagier sogar blutet.

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Die zuständige Behörde beurlaubte inzwischen bis zur Klärung der Vorfälle den Sicherheitsbeamten, der den Mann vor den Augen laufender Handykameras von seinem Sitz und durch den Kabinengang gezogen hatte. „Der Vorfall auf dem United-Flug 3411 war nicht im Einklang mit unserem standardmäßigen Prozedere“, hieß es in einem Statement der Flugsicherheitsbehörde in Chicago. Die Behörde sei mit den Handlungen nicht einverstanden.

Auch viele Twitterer sind mit der Handhabung nicht einverstanden. „Die Überbuchungspolitik von United: 1. 400 Dollar anbieten, 2. 800 Dollar anbieten, 3. Passagiere gewaltsam angreifen“, schreibt einer.

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„Willkommen beim United Kundenservice“, schreibt ein anderer.

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Ein weiterer Twitterer schreibt: „Die Entschuldigung in der Pressemitteilung galt der Überbuchung, nicht dem brutalen Angriff oder der Verletzung des Passagiers.“

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Und ein anderer hofft, das United nach dem Vorfall pleite geht.

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Das Überbuchen von Inlandsflügen ist in den USA üblich. Die Fluggesellschaften rechnen auf vielgebuchten Strecken damit, dass pro Flug einige Passagiere nicht erscheinen und nehmen mehr Buchungen an, als Sitzplätze zur Verfügung stehen. Im vergangenen Jahr mussten nach offiziellen Angaben fast eine halbe Million Fluggäste zurückbleiben, obwohl sie einen Flug gebucht und bezahlt hatten. In den meisten Fällen nehmen sie die Angebote der Fluglinien an, die oft Gutscheine für Rabatte oder Freiflüge ausgeben.

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