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Melle : Flugzeug kollidiert erstmals in Deutschland mit Windkraftanlage

vom

In der Nähe von Osnabrück ist eine kleine Propellermaschine gegen eine Windkraftanlage geflogen. Der Pilot ist dabei ums Leben gekommen. Die Umstände des Unfall sind noch rätselhaft - die Sicht soll relativ gut gewesen sein.

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erstellt am 02.Feb.2017 | 16:42 Uhr

Bei dem Kleinflugzeug vom Typ Diamond DA 20 A1, besser bekannt als Katana, handelt es sich um eine vereinseigene Maschine des Segelflugvereins Melle. Sie war vom nur rund 2000 Meter entfernten Flugplatz gestartet. Nach Angaben der Polizei prallte die Katana aus bislang unbekannter Ursache nahe der Westendorfer Straße an den Gittermast einer Windkraftanlage und geriet offenbar auch in Brand.

Bei dem Flugunfall kam der Pilot ums Leben. Der Notarzt eines Rettungshubschraubers konnte nur noch seinen Tod feststellen. „Es ist nach unseren Erkenntnissen erstmals in Deutschland, dass es eine solche Kollision gab“, sagte der Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig, Germout Freitag.

Keine zweite Person im Flugzeug

Anfangs war nicht klar, ob womöglich weitere Personen in dem Flugzeug saßen. Anhand parkender Autos am Flugplatz bestand der Verdacht, eine zweite Person habe an Bord sein können. Daher suchte die Polizei nach dem Absturz nach weiteren möglichen Opfern, unter anderem mit einem Hubschrauber. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, es gebe keine Hinweise auf weitere Insassen.

Am Flugplatz Melle-Grönegau reagierten Mitglieder des dort ansässigen Clubs mit Bestürzung. „Es handelt sich um eine Vereinsmaschine, der Pilot fliegt seit Jahren und gilt als sehr erfahren“, sagte der frühere Vereinsvorsitzende Gerhard Sperber.

Ursache unklar

Die Unglücksursache ist derzeit noch gänzlich unklar. „Die Sichtverhältnisse waren sehr gut, das passte eigentlich alles“, sagte Sperber. „In der Anflugrichtung hatte der Pilot zudem die Sonne im Rücken, sodass er auch nicht geblendet worden sein kann.“ Nach seinen Angaben fand die Kollision in einer Höhe von 20 Metern statt. Feuerwehr, Polizei und Rotes Kreuz waren mit einem Großaufgebot auf dem abgelegenen Gelände im Ortsteil Westendorf im Einsatz.

Mit Bestürzung hat die Stadt Melle auf den Absturz reagiert: „Wir sind erschüttert, dass der schwere Flugunfall ein Menschenleben gefordert hat“, erklärte Stadtsprecher Jürgen Krämer am Unglücksort. „In Gedanken sind wir bei den Angehörigen des Verstorbenen, denen unsere tief empfundene Anteilnahme gilt“.

Im Namen der Stadt dankte Krämer dem Notarzt sowie den eingesetzten Rettungsassistenten und Feuerwehrleuten, die schon wenige Minuten nach ihrer Alarmierung in Westendorf eingetroffen waren, für ihren Einsatz, der von hohen psychischen Belastungen geprägt gewesen sei. Auch im aktuellen Fall habe sich die dezentrale Struktur der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadt Melle bewährt, erklärte Krämer.

Die letzten Feuerwehrleute waren gegen 14.30 Uhr vom Unglücksort abgerückt. Das Unglück stieß auf ein starkes Medieninteresse.

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