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Europa hat gewählt : Sechs Lehren aus der Europawahl

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erstellt am 27.Mai.2014 | 10:23 Uhr

Europa hat gewählt – und die Parteien gewinnen Erkenntnisse, die wahlweise gut- oder auch wehtun. Eine Auswahl:

Keine Müden Wähler
47,9 Prozent in Deutschland sind nicht bombastisch. 2009 gingen aber nur 43,3 Prozent zur Europawahl. Es tut sich also was. Nicht alle wollen nur über Brüssel motzen, sondern schätzen die EU als Friedensmacht. Gerade in Zeiten, wo das Schicksal einer freien Ukraine auf der Kippe steht. Europaweit stagnierte die Wahlbeteiligung bei rund 43 Prozent – immerhin ging's nicht bergab.

Kandidaten ziehen
Auch wenn die Quoten bei den TV-Duellen zwischen dem Konservativen Jean-Claude Juncker und dem Sozialdemokraten Martin Schulz nicht berauschend waren – der Promi-Wettstreit um den Topjob bei der Brüsseler Kommission hat zumindest in Deutschland den Wahlkampf bereichert. Nun wird mancherorts befürchtet, die Neugier könne in Frust umschlagen, wenn keiner der beiden den Chefsessel bekommt.

Populisten raus
Die Christsozialen langten ordentlich hin – das reichte von Brüssel-Bashing über Außenminister Frank-Walter Steinmeiers Ukraine-Mission („Außer Spesen nichts gewesen“) oder Martin Schulz' Flüchtlingspolitik („Geschäftsführer von Schlepperbanden“). Bayerns Bürger spielten nicht mit. Die CSU rutschte bei der Europawahl von 48,1 Prozent auf 40,5 Prozent ab.

Merkel machts nicht
Die CDU-Chefin stand gar nicht zur Wahl, lächelte aber von vielen Plakaten. Am Wahlabend gab's lange Gesichter. Die Union fährt mit 35,3 Prozent ihr schlechtestes Europa-Ergebnis seit 1979 ein. Trost für Merkel: Schuld ist vor allem die CSU von Horst Seehofer.

Mehr protestwähler
Die AfD hat über eine halbe Million Wähler von der Union abgesaugt und fährt mit 7,0 Prozent nach Straßburg. Der nächste Erfolg winkt der Lucke-Partei schon Ende August in Sachsen. Schaut man nach Frankreich oder Großbritannien, fällt der Aufstand deutscher Protestwähler aber geradezu mickrig aus. Jeder vierte Franzose wählt die rechtsextreme Front National – auf der Insel ist Ukip bärenstark.

Splitterpartei FDP
Nach 3,4 Prozent mehren sich Zweifel, ob die Marke FDP jemals wieder zieht. Ihren Platz will die AfD einnehmen. Bei den kommenden drei Landtagswahlen im Osten drohen der FDP neue Pleiten. Parteichef Christian Lindner (35) klammert sich an Durchhalte-Parolen.

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