Manuela Schwesig & Co. : Europawahl: So reagieren Politiker aus MV

Ernste Gesichter auf der  SPD-Wahlparty in Schwerin bei Ministerpräsident a.D. Erwin Sellering, EU-Abgeordnete Iris Hoffmann, und Oberbürgermeister Rico Badenschier ( v. l,)

Ernste Gesichter auf der  SPD-Wahlparty in Schwerin bei Ministerpräsident a.D. Erwin Sellering, EU-Abgeordnete Iris Hoffmann, und Oberbürgermeister Rico Badenschier ( v. l,)

Schlechte Stimmung und Diskussionen auf der Wahlparty der SPD in Schwerin. Auch bei den anderen im Landtag vertretenen Parteien keine Freudentränen

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27. Mai 2019, 01:14 Uhr

Lange Gesichter auf der Wahlparty der Sozialdemokraten. Als um 18 Uhr die ersten Hochrechnungen zur EU-Wahl in „Steinis Pub“ über die Bildschirme flimmerten, sank die Stimmung der Genossen in Richtung Gefrierpunkt. „Das Ergebnis ist nach den letzten Prognosen nicht wahnsinnig überraschend und dennoch sehr schlecht“, so Ministerpräsident a. D. Erwin Sellering, der mit seiner Familie zur Wahlparty gekommen war. „Ganz schwierige Zeiten“, fügte er hinzu.

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Der Wismarer Bundestagsabgeordnete Frank Junge (SPD) war auch nach Schwerin zur Wahlparty gekommen und mischte sich gleich in die Diskussionen ein: „Das Dümmste wäre jetzt eine Forderung nach sofortigen personalen Konsequenzen.“ Nach seiner Meinung befindet sich die SPD längst im Erneuerungsprozess, man müsse sich nur die notwendige Zeit dafür lassen.

Iris Hoffmann, Spitzenkandidatin der Landes-SPD für die Europawahl, war die Enttäuschung anzusehen. Mit Platz 19 auf der Kandidatenliste der Bundespartei hatte sie eine vermeintlich sichere Position für den Wiedereinzug in das Europäische Parlament. Doch mit dem historisch schlechten Ergebnis von 15,5 Prozent Stimmen in den ersten Hochrechnungen sind ihre Tage in Straßburg und Brüssel gezählt.

Auf der Wahlparty der Linken in der Schweriner Martinstraße knabberte Parteivorsitzender Torsten Koplin an Salzstangen. Hochstimmung sieht anders aus. „Mit 5,5 Prozent liegen wir im Rahmen dessen, was wir erwartet hatten“, schätzte Koplin ein. Der Kandidat Mecklenburg-Vorpommerns, Helmut Scholz, hat mit Listenplatz 4 den Einzug ins Parlament geschafft. „Darüber sind wir sehr froh“, meinte Koplin.

Heiß diskutierten auch die etwa 40 Gäste auf der Wahlparty der AfD in der Schweriner Geschäftsstelle, wo Gulaschsuppe und Flaschenbier gereicht wurden. Hagen Brauer, AfD-Spitzenkandidat des Landes für die EU-Wahl, zeigte sich kämpferisch: „Das Wahlergebnis ist eine Klatsche für die GroKO in Berlin.“ Für ihn selbst haben die 10,5 Prozent seiner Partei aber nicht gereicht. Mit Listenplatz 15 zieht er nicht ins EU-Parlament ein.

Der CDU-Kreisverband Schwerin kam im Restaurant „Herzogliche Dampfwäscherei“ zusammen. Landtagsabgeordneter Sebastian Ehlers (SPD) sprach von einem „lachenden und einem weinenden Auge“, als er das Ergebnis der EU-Wahl kommentierte. Die CDU ist zwar als stärkste Partei aus der Wahl hervorgegangen, allerdings mit dem historisch schlechtesten Ergebnis.

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