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CSU verliert bei Europawahl dramatisch, SPD gewinnt, AfD stark

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erstellt am 25.Mai.2014 | 20:36 Uhr

Tiefschlag für die Erfolg verwöhnte CSU: Sie kassiert bei der Europawahl ein historisch schlechtes Wahlergebnis. Ihre Europagruppe in Brüssel wird merklich kleiner ausfallen.München (dpa) - Die CSU in Bayern hat bei der Europawahl schwere Verluste eingefahren und damit das bundesweite Ergebnis der Union nach unten gedrückt. Nach einer Hochrechnung des Bayerischen Fernsehens stürzten die Christsozialen am Sonntag von 48,1 Prozent bei der Wahl 2009 auf nur noch 40,0 Prozent ab. Das ist das schlechteste Ergebnis für die Partei bei einer landesweiten Wahl seit 60 Jahren: Bei der Landtagswahl im Jahr 1954 hatte die CSU zuletzt schlechter abgeschnitten - damals waren es am Ende 38,0 Prozent.Bundesweiten Hochrechnungen zufolge wird die CSU damit künftig nur noch mit fünf Abgeordneten in Brüssel vertreten sein, drei weniger als bisher. CSU-Chef Horst Seehofer sprach in einer ersten Reaktion am Abend von einer „herben Enttäuschung“. „Das ist eine bittere Stunde und auch eine Niederlage für einen persönlich“, sagte er.Die SPD steigerte sich nach ihrem historischen 12,9-Prozent-Tief vor fünf Jahren auf 20,3 Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) kam in Bayern aus dem Stand auf 7,7 Prozent. Die Grünen erreichten laut Hochrechnung von 19.20 Uhr 12,3 Prozent, die Freien Wähler 4,5 Prozent. Die FDP holte 3,3, die Linke 3,0, die ÖDP 2,6 Prozent.Die bayerische SPD schickt damit auch weiterhin drei Parlamentarier nach Brüssel, bei den Grünen und der Linken ist es je ein Bewerber aus dem Freistaat. Erstmals ins Europaparlament schafften es die Freien Wähler mit ihrer Spitzenkandidatin Ulrike Müller aus Bayern.Die CSU muss dagegen das mit Abstand schlechteste Europawahlergebnis ihrer Geschichte verkraften. Sie landete zudem noch unter ihrem 43,4-Prozent-Ergebnis bei der Landtagswahl 2008, das den Verlust der jahrzehntelangen absoluten Mehrheit im Landtag bedeutet hatte.„Dies ist kein guter Tag für die Christlich-Soziale Union“, sagte Seehofer. Für eine genaue Wahlanalyse sei es noch zu früh. Die ersten Daten legten aber nahe, dass viele CSU-Anhänger nicht zur Wahl gegangen seien, dass „sehr viel in die Wahlenthaltung geflossen“ sei.

Seehofer hatte noch am Donnerstagabend das CSU-Wahlziel bekräftigt, die Zahl von bisher acht Abgeordneten im Europaparlament zu halten.Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer reagierte enttäuscht: „Wir haben es nicht geschafft, unsere Anhänger zu mobilisieren.“ Für die Menschen in Bayern und die CSU-Wähler sei es ein „harter Wahlmarathon 2013/14“ gewesen. CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber sagte: „Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass es uns heute nicht gelungen ist, unsere Stammwähler heute zu motivieren, an die Wahlurne zu kommen.“  Die CSU hatte im Europawahlkampf mit äußerst Brüssel-kritischen Tönen polarisiert - und auch Kritik aus der Schwesterpartei CDU auf sich gezogen. Zudem machten die Christsozialen vehement gegen eine angebliche „Armutszuwanderung“ in deutsche Sozialsysteme mobil.

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