A7 bei Werneck : Ein Toter bei Gerüsteinsturz unter Autobahnbrücke

<p>Ein eingestürztes Gerüst liegt unter einer Autobahnbrücke bei Werneck (Bayern). Bei dem Gerüsteinsturz auf der Baustelle einer neuen Autobahnbrücke in Unterfranken sind mindestens zwei Bauarbeiter ums Leben gekommen. Nach wie vor seien auch mehrere Menschen verschüttet.</p>
1 von 2

Ein eingestürztes Gerüst liegt unter einer Autobahnbrücke bei Werneck (Bayern). Bei dem Gerüsteinsturz auf der Baustelle einer neuen Autobahnbrücke in Unterfranken sind mindestens zwei Bauarbeiter ums Leben gekommen. Nach wie vor seien auch mehrere Menschen verschüttet.

20 Meter hoch ist die neue Autobahnbrücke, die eine alte Brücke auf der A7 bei Schweinfurt ersetzen soll. Bei ihrem Bau geschieht ein schwerer Unfall. Ein Arbeiter kommt ums Leben.

svz.de von
15. Juni 2016, 18:28 Uhr

Der Neubau einer Brücke für die vielbefahrene Autobahn 7 ist in Unterfranken eingestürzt und hat mindestens einen Bauarbeiter in den Tod gerissen. Das bestätigten Polizei und Bayerns Innenministerium. Zunächst war von „mehreren“ Toten die Rede gewesen.

Zudem wurden mindestens sechs der Arbeiter schwer und weitere leicht verletzt. Rettungshubschrauber sowie Hundestaffeln waren im Einsatz. Hinzu kamen mehr als 150 Helfer von Rettungsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Die Polizei richtete ein Info-Telefon für Angehörige ein.

Ein Teilstück der neuen Brücke war auf einer Länge von 40 Metern eingestürzt und hatte mehrere Arbeiter mit sich gerissen. „Wir können nicht ausschließen, dass sich unter den Trümmern noch weitere Personen befinden“, sagte ein Polizeisprecher.

Insgesamt arbeiteten 20 Arbeiter auf der Baustelle. Die Fahrbahn des neuen Brückensegments stürzte rund 20 Meter in die Tiefe. Dabei stürzte auch ein Baugerüst ein. Das Unglück ereignete sich direkt über einer Landstraße, die unter der Brücke entlang führt. Ob dort Autos fuhren, als das Brückenteil herabstürzte, war zunächst unklar.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich sehr betroffen über das Unglück. „Den Angehörigen spreche ich mein tiefstes Beileid aus. Den Verletzten wünsche ich eine schnelle Genesung“, sagte er nach Mitteilung seines Ministeriums.

Die betroffene Talbrücke Schraudenbach nahe Werneck zwischen der Raststätte Riedener Wald und dem Kreuz Schweinfurt/Werneck ist etwa 50 Jahre alt und gilt als marode. Sie soll abgerissen und neu errichtet werden.

Der Verkehr auf der Autobahn 7 sei von dem Unglück nicht direkt betroffen, da er noch über die alte Brücke laufe, sagte die Polizei. Wegen Schaulustiger sei ein Stau entstanden, es bestehe jedoch keine Gefahr für den laufenden Verkehr.

Hintergrund: Talbrücke Schraudenbach

Die Talbrücke Schraudenbach bei Werneck in Unterfranken ist rund 50 Jahre alt. Wegen der Materialermüdung des Spannstahls und der für die aktuellen Verkehrsverhältnisse nicht mehr ausreichenden Tragreserven war ein Ersatzneubau nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums zwingend erforderlich geworden. Dieser wird seit Sommer 2015 gebaut. Die Bauarbeiten an der 236 Meter langen Brücke sollten Ende 2017 abgeschlossen sein. Die Baukosten sind auf rund 14,4 Millionen Euro veranschlagt und werden vom Bund getragen.

Die Talbrücke wird den Angaben zufolge mit zwei getrennten Überbauten in Spannbetonbauweise erstellt. Geplant ist ein sechsstreifiger Ausbau der Autobahn 7. Die Strecke gilt als eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in Europa. Zugleich ist die A7 laut Ministerium mit 962 Kilometern die längste Autobahn in Deutschland. „Diese Brückenbaumaßnahme ist deshalb von besonderer Bedeutung“, hatte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, Dorothee Bär (CSU), beim Start der Bauarbeiten im Juli 2015 gesagt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen