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Niedersachsen : Dacheinsturz in Lingen: Hausmeister ist der Held

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Die Johannesschule in Lingen hat einen Helden: Manfred Kuhl. Dem Hausmeister der Grundschule ist es zu verdanken, dass beim Einsturz der Turnhallendecke nur der materielle Schaden zu beklagen ist, aber niemand verletzt oder gar getötet wurde.

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erstellt am 19.Jan.2017 | 14:45 Uhr

Das Dach der Turnhalle an der Johannesschule im niedersächsischen Lingen ist eingestürzt. Die Halle war am Montag gesperrt worden, weil sich die Dachkonstruktion durchgebogen hatte. Entdeckt hatte den Schaden Hausmeister Manfred Kuhl.

Der 49-jährige Lingener, seit 2015 Hausmeister der Schule an der Schützenstraße, ist am Donnerstagmittag die Betroffenheit im Gesicht noch deutlich anzusehen. Erst ein paar Stunden zuvor, kurz nach 6 Uhr morgens, ist die Decke in das Innere der seit Montagnachmittag gesperrten Halle gestürzt . Am Montagmorgen hatten dort noch rund 80 Jungen und Mädchen ihr Können beim Bodenturnen, Sprung über den Bock und beim Turnen am Barren unter Beweis gestellt und sich auf die Bundesjugendspiele vorbereitet.

Entdeckung beim Geräteabbau

„Ich hatte die Geräte aufgebaut, alles war ok“, erzählt Kuhl. Als er am Nachmittag die Geräte in der Turnhalle wieder abbauen will, entdeckt er etwas Merkwürdiges an der Hallendecke. Da hatte sich nach seinem Eindruck etwas verformt. Mit dieser Meinung steht er zunächst allein in der Schule.

Sofortige Sperrung

Der Hausmeister will seine Beobachtung jedoch nicht auf sich beruhen lassen und informiert die Lingener Stadtverwaltung. Stadtbaurat Lothar Schreinemacher reagiert sofort. Die Halle wird noch am Montag sofort gesperrt. Am Dienstag hätten dort die Vorbereitungen der Kinder für die Bundesjugendspiele weitergehen sollen.

Schulleiter bestürzt und erleichtert

„Bestürzung und Erleichterung zugleich“, so fasst Schulleiter Reinhard Gehling am Donnerstag seine Gefühle zusammen. Er und das gesamte Kollegium sind Hausmeister Kuhl sehr dankbar dafür, dass durch seine Beobachtung niemand aus der Schule zu Schaden gekommen ist. „Gar nicht auszudenken, wenn das während des Sportunterrichts passiert wäre“, sagt der Pädagoge. Froh ist Gehling außerdem, dass die Hallendecke zu einem Zeitpunkt in den frühen Morgenstunden abgestürzt ist, zu dem auch kein Vertreter der Fachfirmen in der Nähe war.

Besorgte Eltern

Die Kinder werden am Donnerstagmorgen von den Lehrern informiert. Sie hätten ganz gelassen reagiert, wobei auch einer gefragt habe, ob das mit der Decke der Schule ebenfalls passieren könne, berichtet Gehling. Am Vormittag rufen allerdings auch besorgte Eltern an, denn die Nachricht von dem Einsturz der Turnhalle hat sich natürlich schnell verbreitet. „Wir konnten sie beruhigen, dass alles in Ordnung ist“, sagt der Schulleiter.

Sport in einer anderen Halle

Der Unterrichtsbetrieb geht an der Johannesschule auch am Donnerstag ganz normal weiter. Der Sportunterricht kann in den nächsten Wochen in der Turnhalle der Overbergschule stattfinden. Diese wird zurzeit saniert. Die Kinder dort werden im derzeit freistehenden Schulzentrum Gebrüder Grimm unterrichtet. Alles Weitere werde nun mit dem Schulamt der Stadt besprochen, erläutert Gehling.

„Den geben wir nicht mehr her“

Und Manfred Kuhl? Er wird bestimmt noch einige Tage brauchen, bis er die letzten Stunden verarbeitet hat. „Manfred Kuhl ist unser Hausmeister“, steht auf der Homepage der Schule schon seit längerer Zeit. Und der Zusatz: „Den geben wir nicht mehr her“. Jetzt erst recht nicht.

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