Bundestagswahl 2017 : Merkel: Keine Experimente

Geschenk für Angela Merkel: ein Hühnergott von einer Besucherin auf Rügen.
Geschenk für Angela Merkel: ein Hühnergott von einer Besucherin auf Rügen.

SPD soll sich von Rot-Rot-Grün abwenden. CDU-Spitzenkandidaten in ihrer „politischen Heimat“ auf Rügen

svz.de von
17. September 2017, 21:00 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel hat die SPD aufgefordert, sich noch vor der Bundestagswahl von einem möglichen Regierungsbündnis mit der Linken zu distanzieren. „Wir leben in unruhigen Zeiten. Und Experimente können wir uns im Augenblick nicht erlauben“, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonnabend während eines Wahlkampfauftrittes in Binz auf der Insel Rügen.

„Die SPD, die kann man fragen, wann man will und wen man will. Man bekommt auf eine Frage keine Antwort: Macht Ihr Rot-Rot-Grün, wenn es reicht, oder nicht?“ Merkel sagte weiter, Deutschland brauche für die nächsten Jahre Stabilität und Sicherheit. „Ich finde es schon für den weiteren Weg von Deutschland wichtig, dass man das weiß, was die Sozialdemokratie macht.“ Merkel appellierte an die Zuhörer zur Wahl zu gehen, auch wenn Umfragen die CDU klar vorne sehen. „Es ist überhaupt nichts entschieden“, sagte sie.

Merkels Auftritt auf dem Kurplatz in Binz - und damit in ihrem Bundestagwahlkreis - wurde von vereinzelten Pfiffen begleitet. Einige Zuhörer außerhalb des abgesperrten Bereiches hielten Schilder hoch, mit denen sie vor einer Wiederwahl Merkels warnten. Allerdings blieben lautstarke Sprechchöre, wie sie zuletzt in Torgau oder Finsterwalde zu hören waren, in Binz aus. Die CDU sprach von 5000 Zuhörern, die die Rede auf dem Kurplatz und vor einer Videoleinwand auf einem benachbarten Platz verfolgten. In ihrer Rede schlug Merkel einen Bogen durch das CDU-Wahlprogramm - von höheren Freibeträgen für Kinder von Familien am Existenzminimum, von Steuererleichterungen für kleinere und mittlere Unternehmen über die Digitalisierung bis zur stärkeren Förderung ländlicher Räume.

Merkel warb in ihrer Rede für ein vereintes Europa. „Wenn ich mich in der Welt umgucke, dann ist es allemal besser, wir in Europa verhandeln miteinander, wir reden miteinander und nicht übereinander“, sagte die Kanzlerin. „Aus Übereinanderreden kommen die Vorurteile. Aus Vorurteilen kommt so schnell Hass.“

Nach ihrem Auftritt nahm Merkel noch kleinere Termine in ihrem Wahlkreis wahr - unter anderem in Grimmen, Putbus und Stralsund. Im Wahlkreis 15 errang Merkel seit 1990 das Direktmandat. Bei der letzten Wahl erreichte sie dort 56,2 Prozent der Erststimmen.

Merkel: Vom Marktplatz in die Markthalle

Programmänderung beim Besuch von Dr. Angela Merkel am Dienstag: Laut CDU-Bundesgeschäftsstelle findet die Wahlkampf-Veranstaltung nicht wie ursprünglich geplant und noch vor vier Tagen auch so verkündet auf dem Wismarer Marktplatz statt, sie wurde stattdessen in die Markthalle im Alten Hafen verlegt. Die Bundeskanzlerin wird dort ab 16 Uhr erwartet.

Ab 18 Uhr weilt sie dann in Schwerin. Auch hier tritt sie nicht im Freien auf, sondern im „belasso“ in Schwerin-Krebsförden. Merkel unterstützt dabei die CDU-Direktkandidaten Karin Strenz bzw. Dietrich Monstadt.

Bereits morgen lädt die Alternative für Deutschland (AfD) zu einer Wahlkampfveranstaltung im Alten Hafen Wismar ein. Dazu werden die AfD-Politikerin und Europaabgeordnete Beatrix von Storch sowie ihre Parteikollegen Georg Pazderski und Christoph Grimm sprechen. Beginn ist 17 Uhr.

erge/hgl

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