Wahlparty AfD MV : Holm schickt Merkel nicht in Rente

Erfolg für die AfD in MV, doch Spitzenkandidat Holm verliert gegen Merkel.

svz.de von
24. September 2017, 21:35 Uhr

 Spitzenkandidat Leif-Erik Holm ist siegessicher. Er stellt sich  gleich mit einem Sektglas  vor den Bildschirm im Schweriner  AfD-Bürgerbüro. Dass die Partei in den Bundestag einziehen wird, ist nun sicher. In den letzten  Umfragen wurde sie  mit einem zweistelligen Ergebnis gehandelt.  Gegen 18  Uhr brechen Holm und Mitstreiter in Jubel aus,  es wird geklatscht und sich zugeprostet:  13 Prozent hat die AfD der Prognose und ersten Hochrechnungen zufolge erzielt. „Wir werden das deutsche Parlament bereichern“, kündigt Holm an.  Die Stimmung an den Wahlkampfständen sei in den  vergangenen Wochen immer besser geworden. „Die Menschen sehnen sich händeringend nach einer  Alternative im Bundestag.“

Nach nur einem Jahr im Landtag wird Holm  also demnächst  in Berlin Bundespolitik machen. Die Fraktion im Schweriner Landtag steht damit wohl vor einem Umbruch. Sie muss einen neuen Fraktionsvorsitzenden  wählen -  Beobachter gehen davon aus, dass es zu einem Richtungsstreit zwischen Kandidaten aus dem bürgerlich-konservativen Lager und dem völkisch-nationalistischem  Flügel kommen wird. Nach Informationen unserer Zeitung steht die AfD-Fraktion sogar vor der Spaltung.  Am Freitag  gab es  erstmals Indizien, dass einige Mitglieder mit dem völkisch-nationalen Kurs nicht zufrieden sind und Konsequenzen ziehen wollen.  Mindestens fünf Abgeordnete werden  die Fraktion möglicherweise bald verlassen.

Spricht man Holm auf den Bericht über die Spaltung in den eigenen Reihen an, wiegelt er  ab.      Das sei Quatsch, sagt er.  Er habe mit den Beteiligten gesprochen und die   hätten abgewunken. Aber über Landespolitik möchte der „Sunnyboy“ der AfD, wie ihn der Spiegel titulierte, am Wahlabend  ohnehin nicht so gern sprechen.  Sein Blick ist auf Berlin gerichtet.   Morgen findet in der Bundeshauptstadt das erste Treffen mit den    neuen Fraktionskollegen statt. 

Sein großes Ziel hat der AfD-Spitzenkandidat an diesem Abend  aber deutlich verfehlt.  Im direkten Duell mit Angela Merkel  im Wahlkreis  15 hat er den kürzeren gezogen.  Die Kanzlerin holte   44 Prozent der Erststimmen - Leif-Erik  Holm  kam auf 21 Prozent. Mit der Parole „Merkel in den Ruhestand schicken“ hat es sich erledigt. Die beiden werden sich wohl nun öfter  im Bundestag über den Weg laufen.

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