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Wahlkampf : Gute Nachrichten für Rentner?

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Wahlprogramme der Parteien und das Thema Alterssicherung – ein Vergleich

von
erstellt am 21.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Die Zukunft der Rente steht als Wahlkampf-Thema hoch im Kurs. Das „Verhindern von Altersarmut“ halten 70 Prozent für entscheidend, so eine Emnid-Umfrage. Was wird aus dem Rentenniveau? Wie sollen sich die Beiträge entwickeln? Müssen wir länger arbeiten? Ein Vergleich der Wahlprogramme von Rasmus Buchsteiner:

Rentenniveau

Die Union verzichtet hier auf eine Festlegung. Die SPD dagegen möchte das Rentenniveau – es bezeichnet das Verhältnis einer mittleren Rente nach 45 Beitragsjahren zum Durchschnittslohn – bei 48 Prozent stabilisieren. Auch die Grünen halten dies für „dringend notwendig“. Die Linke fordert 53 Prozent Rentenniveau.

Altersarmut

Union, SPD, Grüne und Linke wollen die Erwerbsminderungsrente ausweiten. Die Sozialdemokraten möchten mit einer Solidarrente langjährigen Geringverdienern Bezüge oberhalb der Grundsicherung ermöglichen und auch Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen lassen. Die Grünen kündigen eine steuerfinanzierte Garantierente für alle an, die den größten Teil ihres Lebens eingezahlt, Kinder erzogen oder andere gepflegt haben. Die Linke lockt mit einer Mindestrente von 1005 Euro netto, die AfD mit einem Aufschlag für Geringverdiener in der Grundsicherung.

Rentenbeiträge

CDU und CSU kündigen an, dass der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zumindest bis 2020 bei 18,7 Prozent bleiben wird. Die SPD verspricht, es bis 2030 bei höchstens 22 Prozent zu belassen. Die Linke will den Beitragssatz dagegen anheben. Auf einen Durchschnittsverdiener kämen 32 Euro monatlich mehr hinzu, aber da die Riester-Rente nach den Vorstellungen der Linken entfallen soll, gäbe es eine Entlastung von 78 Euro. Die AfD will den Anstieg der Beitragslast mit mehr Steuergeld für die Rentenkasse bremsen.

Zusatzvorsorge

Fast alle Parteien versprechen, betriebliche und private Altersvorsorge attraktiver zu machen. Die Linke will dagegen Ansprüche aus der Riester-Rente in die gesetzliche Rentenversicherung überführen. Die FDP kündigte geförderte Altersvorsorge auch bei Anlagen in Infrastruktur, Aktien und Unternehmensbeteiligungen an und will ein persönliches Vorsorgekonto, das alle Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge zusammenführt.

Längeres Arbeiten

SPD und Grüne halten an der Rente mit 67 fest. Laut Wahlprogramm planen auch CDU und CSU keine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Die FDP will die Regelaltersgrenze abschaffen. Wer früher in den Ruhestand will, soll das bereits mit 60 Jahren können – vorausgesetzt, der Anspruch liegt oberhalb des Sozialhilfeniveaus.

Die AfD fordert eine abschlagfreie Rente nach 45 Berufsjahren. Fast alle Parteien sprechen sich grundsätzlich für flexible Übergänge in die Rente aus.

Zukunft des Rentensystems

Abgesehen von der Linken wollen die Parteien beim Drei-Säulen-Modell der Alterssicherung mit gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge bleiben. Die Union will direkt nach der Bundestagswahl eine Kommission einsetzen, die bis Ende 2019 Reformvorschläge für die Rente erarbeiten soll. Die SPD möchte in der kommenden Wahlperiode einen „neuen Generationenvertrag“ für die Zeit nach 2030 aushandeln.

Die Grünen wollen die Rentenkasse zu einer Bürgerversicherung umwandeln, in die nach einem ersten Reformschritt auch Selbstständige und Minijobber einzahlen sollen.

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