Bundestagswahl 2017 : Deutschland rückt nach rechts

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Union und Merkel gewinnen Bundestagswahl trotz deutlicher Verluste, AfD jubelt als drittstärkste Kraft und liegt in MV über dem Bundestrend. Stunde Null für die SPD: Absage an Große Koalition in Berlin

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24. September 2017, 21:27 Uhr

Deutschland ist nach rechts gerückt. Die Union verliert an Rückhalt, die SPD stürzt ab, die AfD steigt auf. Merkel ist angeschlagen, gewinnt aber – wie auch alle anderen CDU-Kandidaten in Mecklenburg-Vorpommern – ihren Bundestagswahlkreis und lässt AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm keine Chance.

Und dieses Mal wird schon Minuten nach den ersten Hochrechnungen überraschend Klartext geredet. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und SPD-Vize Manuela Schwesig stellen klar: Es soll keine Große Koalition mehr geben, der Wählerauftrag laute Opposition.

Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen?

Denkbar wäre nun ein bisher im Bund noch nie erprobtes Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen. Freidemokraten und Grüne zeigten sich prinzipiell gesprächsbereit, sahen aber große Hürden.

Dass die AfD mit einem klar zweistelligen Ergebnis als dritte Kraft in den Bundestag einzieht, sieht Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin  Schwesig  als „ganz schlimmes Ergebnis“ für ihre Partei. Die AfD lag in MV deutlich über den Bundeswerten. Spitzenkandidat  Holm rechnete mit drei bis vier Sitzen für die MV-AfD im Bundestag.

 

In Mecklenburg-Vorpommern wichen die Werte teilweise deutlich vom Bundestrend ab: Die CDU lag am frühen Abend bei 33,4 Prozent, die Linke auf Platz drei mit 17 Prozent, nur auf Platz vier stand die SPD mit 15 Prozent. Die FDP erreichte 6 Prozent, die Grünen 3,5 Prozent.

Die Union würde laut den Hochrechnungen von ARD und ZDF demnach auf 217 bis 220 Sitze im neuen Bundestag kommen. Die SPD erhält 134 bis 138 Mandate. Die AfD liegt bei 87 bis 88 Mandaten, die FDP bei 65 bis 70. Die Linke würde 59 bis 60 Sitze bekommen, die Grünen 62. Schwesig sagte, an der schweren Niederlage der SPD gebe es nichts zu beschönigen. CDU-Landeschef Vincent Kokert sieht trotz der Stimmenverluste für seine Partei die Union weiterhin als die Führungskraft in Deutschland: „Gegen uns kann keine Regierung gebildet werden.“, sagte Kokert. Verwundert zeigte er sich über die Ankündigung der SPD noch am Wahlabend, in die Opposition zu gehen.„Das hat es so noch nicht gegeben.“

Hier geht es zu den Ergebnissen aus den einzelnen Wahllokalen in MV und der Prignitz

Die Linken-Chefin von MV, Heidrun Bluhm, sieht angesichts des starken Ergebnisses der AfD Verwerfungen in der Bundespolitik. „Wir werden ein völlig anderes Parlament haben, wir haben einen Riesen-Rechtsruck“, sagte Bluhm. Dies sei gerade für die Linke eine Herausforderung.

 

Die Landesvorsitzende der Grünen, Claudia Müller, zeigte sich erfreut über das Wahlergebnis der Bundespartei. Mit einem Plus im Vergleich zur Wahl 2013 hätten die Grünen gar nicht mehr gerechnet. Der FDP-Spitzenkandidat Hagen Reinhold sagte, er sei froh, dass seiner Partei der Wiedereinzug in den Bundestag mit einem sehr guten Ergebnis gelungen sei.

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