Parteiaustritt von Petry und Pretzell : Demontiert sich die AfD selbst?

<p>Petry und Pretzell kündigen Austritt aus der AfD an</p>

Petry und Pretzell kündigen Austritt aus der AfD an

Knall auf Fall folgen heute Meldungen von AfD Spitzenkandidaten, Abgeordneten und Kreissprechern, die ihre Mandate niederlegen, aus der AfD-Fraktion im Bundestag austreten oder gar die Partei verlassen.

svz.de von
26. September 2017, 12:41 Uhr

Parteichefin Frauke Petry wird aus der AfD austreten. „Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird“, sagte sie heute in Dresden, allerdings ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen. Auch die Frage, ob sie eine neue Partei gründen wolle, ließ sie unbeantwortet.

Zuvor hatte sie bereits zusammen mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Kirsten Muster ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag niedergelegt. Mit „Ablauf des heutigen Tages“ würden alle drei zudem aus der Fraktion austreten, aber weiter ihre Mandate als Einzelabgeordnete behalten, hieß es. Als Grund wurden grundsätzliche Meinungsunterschiede mit Teilen der Partei genannt, die ihnen eine Fortführung der Arbeit in der Fraktion unmöglich machten.

Zunächst will Petry „als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag“ arbeiten. Ob sie die Gründung einer eigenen Fraktion oder Parlamentariergruppe anstrebt, hatte sie am Montag nicht gesagt.

Frauke Petrys Ehemann: Markus Pretzell.
dpa

Frauke Petrys Ehemann: Markus Pretzell.

Auch Petrys Ehemann Marcus Pretzell, Chef der AfD in Nordrhein-Westfalen, hat heute ebenfalls seinen Rückzug aus Partei und Landtagsfraktion verkündet.

Pretzell will sein Mandat im Landtag behalten. Seinen Parteiaustritt begründete er mit seiner „pessimistischen Einschätzung über den Zustand der Partei“. Gemeinsam mit Pretzell will auch der Abgeordnete Alexander Langguth die Fraktion verlassen.

Rücktritte auch in MVs Landtagsfraktion

Auch in Mecklenburg-Vorpommerns Landesvertretung der AfD brodelt es. Dort kündigten vier der Parlamentarier ihren Rückzug aus der Landtagsfraktion an und gründeten eine neue namens „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“. Bernhard Wildt und Ralf Borschke traten als Kreissprecher des Kreisverbandes Vorpommern-Rügen zurück. Der Schritt sei von beiden lange geplant und im Kreisverband auch angekündigt gewesen. „Das war jedem bekannt“, so Borschke.

Die Resonanz auf die Abspaltung der vier Parlamentarier von der AfD-Landtagsfraktion sei in der Partei unterschiedlich ausgefallen, sagte Borschke. Es gebe Zustimmung wie Ablehnung. Alle vier - neben Wildt und Borschke handelt es sich um Christel Weißig und den bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Matthias Manthei - hatten am Montag angekündigt, in der Partei bleiben zu wollen. Außerdem wollten sie den Landesvorstand bitten, ihre Fraktion anzuerkennen.

Die jetzt noch 13 Mitglieder zählende AfD-Landtagsfraktion benannte nach dem Weggang des Parlamentarischen Geschäftsführers Manthei den Greifswalder Rechtsprofessor Ralph Weber als Ansprechpartner, wie ein Fraktionssprecher sagte. Weber sei das einzige verfügbare Mitglied des Fraktionsvorstandes. Fraktionschef Leif-Erik Holm und Fraktionsvize Enrico Komning gehen in den Bundestag.

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