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Potsdam Zwei Frauen wollen Kirchensprengel leiten

Von benl | 20.02.2010, 01:57 Uhr

Am 27.

März wird ein neuer Generalsuperintendent für den Sprengel Potsdam der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gewählt. Denn Hans-Ulrich Schulz wird in den Ruhestand verabschiedet. Anderswo würde man sein Amt als "Regionalbischof" bezeichnen: Der Stelleninhaber ist Mitglied der Kirchenleitung und Seelsorger der Pfarrerinnen und Pfarrer. Er soll ein Brückenglied zwischen Kirche und Region sein.

Zum Sprengel Potsdam, der bis zum vergangenen Herbst Sprengel Neuruppin hieß, gehören 14 Kirchenkreise zwischen Prenzlau, Treuenbrietzen und Wittenberge. Gewählt wird der Generalsuperintendent von einem Wahlkonvent, dem die Landessynodalen, die Vorsitzenden der Kreissynoden und die Superintendenten des Sprengels Potsdam angehören. Jetzt stellen sich die Kandidatinnen für das Amt vor:

Heilgard Asmus sieht sich als Wanderpredigerin. "Ich möchte vor Ort mit den Menschen ins Gespräch kommen, mit den Gemeindegliedern", sagt Heilgard Asmus. Seit 2004 ist die 1958 geborene Theologin Generalsuperintendentin in Cottbus, davor war sie Leiterin des Pastoralkolleges. Zwölf Jahre lang war sie Pfarrerin in Brandenburg an der Havel. Heute will die Theologin besonders kleine und kleinste Kirchengemeinden zu Zusammenarbeit ermutigen. "Mir geht es dabei nicht gleich um das böse Wort Fusion", sagt Heilgard Asmus. Aber auf dem Lande hätten viele Kirchengemeinden nur 20 oder 50 Mitglieder. Da sei es sinnvoll, zu überlegen, ob denn jede Kirchengemeinde wirklich alles machen müsse. Politisch ist Heilgard Asmus in Brandenburg als Vorsitzende des Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bekannt.

Hanna Löhmannsröben hat in der Prignitz schon auf Platt gepredigt. Die 1958 geborene Theologin stammt aus der Lüneburger Heide, und war in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers einige Jahre als Pfarrerin tätig. Mit ihrem Mann, einem Physikprofessor, lebt sie heute in Potsdam-Golm. Hauptberuflich ist sie Professorin für Heilpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule Berlin. Ihr liegt als "Grenzgängerin" zwischen Kirche und Schulwesen besonders das Thema evangelische Bildung am Herzen. Im Umgang mit dem Land will sie sich für konfessionelle Schulen und den Religionsunterricht einsetzen. Der Kampf gegen Armut gehe nur in einer guten Partnerschaft zwischen der Kirche und dem Land. Angesichts der großen Entfernungen setzt die Theologin auf eine große Eigenständigkeit der Regionen.