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Belastete Gewässer Zu viele Schadstoffe in Seen

Von Manfred Rey | 14.06.2019, 05:00 Uhr

Bereits 2015 erreichte Brandenburg die EU-Kriterien zur Wassergüte nicht – Aus der Landwirtschaft gelangen Schadstoffe in Gewässer

Trotz Bemühungen der Brandenburger Umweltbehörden sind viele Seen, Flüsse und Bäche im Land weiterhin zu stark mit Schadstoffen aus der Landwirtschaft belastet. Das teilte das Umweltministerium auf Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke mit. Es bezog sich auf Gewässer, für die EU-Wasserrahmenrichtlinie gilt, 4500 von 32  000 Kilometer Fließgewässer und 190 der mehr als 3000 Seen.

„Bei den anderen Gewässern sieht es nicht anders aus“, so Raschke. 2015 verfehlte das Land die EU-Ziele für den besseren Zustand von Oberflächengewässern und Grundwasser. Ursache waren vor allem Nährstoff- und Pflanzenschutzmitteleinträge der Landwirtschaft. Gewässerrandstreifen sollten helfen, die Wasserqualität zu verbessern. Doch ein durchschlagender Erfolg blieb aus.

Da sich auch Gewässer anderer EU-Länder in schlechtem Zustand befanden, wurde vereinbart, bis 2027 alle Maßnahmen einzuleiten, die Ziele zu erreichen. Davon ist das Land laut Raschke weit entfernt. „Aus den Landkreisen wissen wir, dass es nicht wesentlich besser wurde.“

Wie das Ministerium Ende Mai im Landtag einräumte, werden die Ziele „auch wegen diffuser Nährstoffeinträge in die Gewässer aus der Fläche nicht erreicht“. 49 Prozent der berichtspflichtigen Fließgewässer verfehlen den guten Zustand wegen zu hoher Belastungen durch Stickstoff, 67 Prozent wegen zu starker Phosphoreinträge. „Auch 57 Prozent der berichtspflichtigen Seen erreichen den guten ökologischen und chemischen Zustand als Bewirtschaftungsziel nicht.“

Aus Sicht Raschkes senken auf zehn Meter verbreiterte Gewässerrandstreifen die Schadstoffe. „Wissenschaftlich ist erwiesen, dass Einträge von Dünger und Pestiziden mit jedem Meter Randstreifen um rund zehn Prozent sinken.“ Auch die Volksinitiative der Umwelt- und Naturschutzverbände für Insektenschutz will zehn Meter breite Gewässerrandstreifen. Studien zeigen laut Umweltministerium, „dass ein nennenswerter Effekt zur Reduzierung von Düngemitteleinträgen erst ab zehn Metern Breite einsetzt.“

Die Landesregierung hält an fünf Meter breiten Streifen fest, die laut Raschke nicht verbindlich sind. Nach der Landtagswahl müsse ein neues Landeswassergesetz kommen, um die Ziele wirksam anzugehen. Es müsse verhindert werden, dass es bei der Prüfung der Ziele durch die EU-Kommission 2029 zur Fristverlängerung oder Abstrichen komme.