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Potsdam Zehn Millionen Euro für Waldbrandschutz

Von Gudrun Janicke | 02.01.2019, 05:00 Uhr

Land Brandenburg erhöht in diesem Jahr Investitionen und Maßnahmen.

Brandenburg will nach den verheerenden Waldbränden 2018 eine Wiederholung in diesem Jahr verhindern. Rund zehn Millionen Euro sollen in Verbesserungen des Brandschutzes investiert werden, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Umweltministeriums. Für vorbeugenden Waldschutz und die Beratung von Waldbesitzern erhält unter anderem der Landesbetrieb Forst 36 zusätzliche Personalstellen. Der Gesamtschaden summierte sich 2018 auf etwa elf Millionen Euro.

Insgesamt gab es in Brandenburger Wäldern 489 Brände, bei denen 1655 Hektar geschädigt wurden. Der Brandenburger Wald nimmt derzeit eine Fläche von als 1,1 Millionen Hektar Wald ein. Wegen des hohen Anteils von 70 Prozent Kiefern besteht in Brandenburg die höchste Waldbrandgefahr bundesweit. Trotz modernster Überwachungstechnik verbrannte 2018 nach Angaben des Ministeriums so viel Wald wie seit 1992 nicht mehr. „Als Förster wünschen wir uns einen kalten Winter und ein nasses Frühjahr, damit der Wald die fehlenden Wassermengen speichern kann und die Bäume ihre Vitalität verbessern können“, sagte Carsten Leßner, Referatsleiter Wald und Forstwirtschaft im Ministerium. Der Waldumbau von reinen Kiefern- zu Mischwäldern werde noch Jahre in Anspruch nehmen.2019 fließen 3,8 Millionen Euro in die Modernisierung des Waldbrandüberwachungssystems Fire-Watch. Derzeit sind 108 Sensoren auf Türmen installiert, die jeweils bis zu 70 000 Hektar überwachen können. In sechs Waldbrandzentren werden die übertragenen Bilder ausgewertet und frühzeitig Alarm ausgelöst.

Zu den geplanten Maßnahmen gehört es auch, die Hinweisschilder zur Waldbrandgefahr und zu Fahrverboten in gefährdeten Gebieten zu überprüfen und zu erneuern. Löschwasserstellen und Waldbrandschutzwege sollen hinzukommen beziehungsweise besser gepflegt werden. Lösch- und Rettungsfahrzeuge müssen auf diesen Wegen zu den Brandorten gelangen.

In Arbeit ist nach den Angaben im Ministerium eine Erweiterung der forstlichen Förderrichtlinie. Dabei geht es um Maßnahmen zum Waldumbau, aber auch um die Waldbrandprophylaxe. Künftig solle es möglich sein, auf Extremwetterereignissen und die Folgen für den Wald zu reagieren.

Als Schwachpunkt stellte sich im Sommer die mangelhafte Kommunikation der Forstleute bei Bränden heraus, sagte der Sprecher. Die Mitarbeiter sollen nun mit besserer Mobilfunktechnik ausgestattet werden, die für mehrere Telefonnetze geeignet ist.