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Potsdam Witterung macht auch der Wirtschaft zu schaffen

Von dapd | 30.12.2010, 01:57 Uhr

Der zu erwartende lange Winter könnte nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) zu einem leichten Rückgang der Brandenburger Wirtschaftsleistung führen.

Schon der vergangene Winter habe eine solche Wirkung gehabt, sagte Christoffers in Potsdam. "So könnte es auch diesmal wieder werden, denn schon jetzt ist spürbar, dass die Energiepreise gestiegen sind und Bauwirtschaft und Transportunternehmen mit den Niederschlägen und Minusgraden zu kämpfen haben", fügte der Minister hinzu. Auch die Industrie- und Handelskammern (IHK) rechnen mit leichten Verlusten in den Betrieben. Die Unternehmer hätten sich jedoch auf den Winter eingestellt.

Christoffers sagte, der Winter habe erst angefangen. Weder lasse sich zuverlässig vorhersagen, wie lange er dauern werde, noch könne seriös prognostiziert werden, wie sich Schnee und Eis auf die Wirtschaftsentwicklung und die volkswirtschaftliche Gesamtleistung auswirken.

Einen Anstieg der Arbeitslosenquote gibt es laut Christoffers in jedem Winterhalbjahr - unabhängig davon, wie kalt es ist. Das gelte insbesondere für die Baubranche. Es hänge von der Dauer des Winters ab, wann damit begonnen werden könne, liegengebliebene Aufträge nachzuholen. Neben der Bauwirtschaft habe auch die Transportbranche unter dem Winter zu leiden, fügte der Minister hinzu. Brandenburgs Einzelhändler dagegen hätten bislang von den kalten Temperaturen profitiert und ihren Umsatz gesteigert.

Nach Einschätzung der IHK Ostbrandenburg sind die Branchen unterschiedlich vom harten Winter betroffen. Bei Einzelhändlern in Innenstädten gebe es einen regelrechten Einbruch, weil Autos angesichts der Schneemengen kaum dort halten könnten und damit weniger Kunden in die Geschäfte kämen, so Uta Häusler, Teamleiterin Starthilfe/Unternehmensförderung. Auch Fuhrunternehmen und Logistikfirmen hätten angesichts der Straßenverhältnisse Probleme. Es gebe derzeit aber keine Signale, dass der Winter über die saisonalen Schwankungen hinaus außergewöhnliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben werde. Auch der Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, René Kohl, sagte: "Es gibt in unserer Region Branchen, die vom Winter stärker betroffen sind." Bauprojekte müssten unterbrochen werden, der Gütertransport sei erschwert. Auch Geschäftsreisen würden verschoben. "Wir gehen dennoch davon aus, dass ein langer und kalter Winter die gute konjunkturelle Entwicklung in der Region nicht stark beeinträchtigen wird", so Kohl.