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Ernte Weniger Spargel und Erdbeeren

Von Anna Kristina Bückmann | 24.07.2020, 05:00 Uhr

Fehlende Saisonkräfte und schleppender Verkauf: Corona-Pandemie bei der Ernte spürbar

Fehlende Saisonkräfte und schleppender Verkauf – in Brandenburg ist die Spargelernte in diesem Jahr coronabedingt schlecht ausgefallen. Mit rund 19 100 Tonnen ging sie im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurück, wie das Statistikamt Berlin-Brandenburg gestern mitteilte - obwohl sich die Ertragsfläche demnach um rund sieben Prozent auf etwa 4000 Hektar und damit eine neue Rekordgröße erweiterte.

Im Vergleich zum jährlichen Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre schrumpfte die Ernte 2020 den Angaben zufolge um vier Prozent. Mit 15 300 Tonnen habe die Menge zuletzt 2015 unterhalb der in dieser Saison gemeldeten gelegen. Laut Statistik sind die Einbußen teilweise auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. So hätten einzelne Betriebe nicht genügend Saisonarbeitskräfte zur Verfügung gehabt. Auch die begrenzten Absatzmöglichkeiten auf den strapazierten Märkten seien ein Grund für das Defizit.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatten mehrere Staaten ihre Grenzen zeitweise geschlossen oder Quarantäne-Regelungen verhängt. Unter strengen Auflagen durften dann später bundesweit immerhin noch 80 000 ausländische Saisonkräfte auf dem Luftweg zur Ernte nach Deutschland kommen.

Tatsächlich kamen im Frühjahr nach Angaben des Bauernverbandes insgesamt 40 300 Saisonkräfte. Die Spargelernte dauerte offiziell von Anfang April bis zum 23. Juni.

Die Erdbeerernte - so schätzen die Statistiker - wird in diesem Jahr um 21 Prozent unter der des Vorjahres liegen. Nach den Prognosen wird sie demnach rund 2 000 Tonnen erreichen. In Brandenburg pflanzen demnach 61 Betriebe auf 280 Hektar die rote Frucht an; 2019 waren es noch 70 Betriebe. Gegenüber dem Vorjahr ging die Ertragsfläche um ein Viertel zurück.

Der Freilandertrag bei Erdbeeren liegt der Statistik zufolge mit 60 Dezitonnen je Hektar etwa zwei Prozent unter dem des Vorjahres. Unter Folie konnten den Angaben nach fast 160 Dezitonnen je Hektar erreicht werden. Gegenüber 2019 steigerte sich hier der Ertrag um 18 Prozent.

Einige Betriebe gaben an, dass sich die Corona-Pandemie negativ auf die Ernte ausgewirkt habe - vor allem der Mangel verfügbarer Saisonarbeitskräfte.