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Bilanz Weniger Gäste in der Prignitz

Von BENL | 26.02.2014, 14:23 Uhr

Tourismusplus in Brandenburg: Vor Beginn der ITB ziehen Touristiker der Mark positive Bilanz / Im Nordwesten wirkte sich die Flut negativ aus

Brandenburgs Touristiker freuen sich weiter über steigende Übernachtungszahlen. Trotz des Hochwassers an Elbe und Havel verzeichnete die Mark Brandenburg mehr als 11,5 Millionen Übernachtungen im Jahr 2013 – ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unsere Tourismuswirtschaft ist sehr stabil aufgestellt“, sagte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) vor Journalisten. 2006 hatte es im Land lediglich 8,8 Millionen Übernachtungen gegeben.

Um 3,6 Prozent gestiegen ist auch die Zahl der ausländischen Gäste: 2013 zählten die Statistiker 830 627 Übernachtungen, mehr als 151 000 davon kamen aus Polen. „Wir hoffen darauf, im kommenden Jahr eine Million Übernachtungen ausländischer Gäste zählen zu können“, sagte Christoffers. Den Zuwachs an polnischen Besuchern führte der Minister auf Verträge mit polnischen Institutionen und Reiseveranstaltern zurück – ebenso wie der Rückgang von mehr als vier Prozent bei niederländischen Besuchern vor allem auf die Insolvenz eines Reiseveranstalters zurückzuführen sei.

Und der Geschäftsführer der Tourismusmarketing Brandenburg, Dieter Hütte, verwies darauf, dass es mittlerweile immer mehr Betriebe gebe, die mit polnischen Broschüren oder einem Muttersprachler an der Rezeption auf Gäste aus dem östlichen Nachbarland eingestellt sind. „In der Spreewaldtherme Burg gibt es polnische Speisekarten“, sagte Hütte. Ein Effekt sei, dass polnische Besucher vermehrt teurere Gerichte bestellten. „Sie verstehen besser, was sie bestellen.“

Allerdings konnte die vom Hochwasser besonders betroffene Prignitz im guten Trend des Landes nicht mithalten: In der Region wurden im vergangenen Jahr nur 288 321 Übernachtungen gezählt, ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der in der kommenden Woche in Berlin stattfindenden Internationalen Tourismusbörse (ITB) will Brandenburg für die Bundesgartenschau 2015 im Havelland, die Landesausstellung in Doberlug-Kirchhain und den Wassertourismus werben. Christoffers kritisierte in diesem Zusammenhang erneut die Herabstufung der märkischen Wasserstraßen durch den Bund. „Wir haben eine Reihe von sanierungsbedürftigen Schleusen, die für den Wassertourismus essenziell sind“, so Christoffers.