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Brandenburg Weit entfernt von guter Qualität

Von MOZ | 21.12.2016, 10:03 Uhr

Brandenburger Seen und Flüsse noch zu hoch belastet

Brandenburgs Gewässer sind seit Jahren auf Diät, aber trotzdem weit entfernt von einem guten Zustand. Der Grund: Viele Seen und Flüsse sind übermäßig mit Phosphor und Stickstoff belastet. Einer EU-Vorgabe zur Verbesserung der Wasserqualität hinkt das Land somit weiter hinterher.

In den vergangenen Jahren hat Brandenburg einiges unternommen, um die schädliche Nährstoffbelastung seiner Seen und Flüsse zu verringern. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Optimierung von Kläranlagen. Gleichzeitig bemüht sich das Land aber auch um mehr ökologischen Landbau und weniger Gülle auf Ackerflächen. Trotzdem sind zahlreiche Gewässer in Gefahr. So haben Messungen des Landesumweltamtes ergeben, dass viele von ihnen noch immer übermäßig mit Phosphor und Stickstoff belastet sind, wie das Umweltministerium jetzt auf eine Anfrage der Linksfraktion im Landtag mitteilte.

Demnach hat die Stickstoffbelastung im vergangenen Jahr dazu geführt, dass knapp 50 Prozent der Fließgewässer als „mäßig“, „unbefriedigend“ oder „schlecht“ eingestuft wurden. Dazu gehören etwa Abschnitte von Spree und Nuthe. Wegen der Phosphorbelastung haben sich fast 67 Prozent der Fließgewässer in keinem guten ökologischen Zustand befunden. Hinzu kommt, dass 87 Prozent der Seen überhöhte Nährstoffkonzentrationen aufwiesen. Gut abgeschnitten hingegen hat zum Beispiel der Oberlauf der Stepenitz.

Um die Qualität von Seen und Flüssen zu verbessern, hat die Europäische Union schon im Jahr 2000 eine Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erlassen, die alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, einen guten ökologischen und chemischen Zustand in ihren Gewässern zu erreichen – spätestens bis 2027.

Brandenburg hat inzwischen sogenannte Gewässerentwicklungs- und Nährstoffreduzierungskonzepte erstellt. Letztere setzen ihren Fokus auf eine Verringerung der Phosphor- und Stickstoffeinträge, deren Hauptquellen die in der Landwirtschaft eingesetzten Mineral- und organischen Dünger sind. Auch sie wurden in den vergangenen Jahrzehnten zwar reduziert, allerdings nicht in der gleichen Größenordnung wie die Einträge aus Kläranlagen und industriellen Einleitungen.