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Kleingärten Von Pfingstrose bis Sumpfzypresse

Von Jeanette Bederke | 20.05.2020, 05:00 Uhr

Im Oderbruch gibt es für wenige Wochen ein besonderes Kleinod zu bestaunen

Am Eingang des Grundstücks im Oderbruch-Ort Friedrichsaue (Märkisch-Oderland) grüßt ein riesiger Blauglockenbaum - über und über mit violetten Blüten bedeckt. „Der ist 30 Jahre alt, stammt aus China und ist vor allem im Raum Wien sehr verbreitet“, erklärt sein Besitzer Lutz-Norbert Ihbe.

Der botanische Exot verheißt weitere Raritäten im einen Hektar großen Garten. So wachsen dort 600 verschiedene Pfingstrosen. Ihre Blüten variieren von Schneeweiß bis zu Knallrot - und in der Größe. Durchmesser von 20 bis 25 Zentimetern sind im Pfingstrosenpark keine Seltenheit.

Auch diese Blumen stammen aus China, waren als Gartenpflanze aber bereits in der Antike bekannt. Später wurden sie von Züchtern weiterentwickelt.

Berühmte Maler wie Monet, Dürer und Gauguin hätten Pfingstrosen geliebt und in ihren Werken verewigt. „Es gibt Strauch- und Staudenpfingstrosen sowie Mischformen. Die Stauden müssen im Herbst verschnitten werden. Zudem binde ich die Pflanzen hoch, damit sie unter der Blütenlast nicht brechen oder vom Regen heruntergedrückt werden“, so der Hobbygärtner.

Zu dem Pfingstrosengarten kam Ihbe vor sieben Jahren aus der Not heraus. „Ich war bis dato eher ein Liege-Gärtner ohne grünen Daumen, erzählt der 65-Jährige schmunzelnd. Sein damals gestorbener Schwager hatte die besondere grüne Oase seit den 1990er Jahren in Friedrichsaue angelegt. „Den Anstoß gab meine Schwiegermutter, die die Blumen aus ihrer Vergangenheit in Ostpreußen kannte“, sagt Ihbe. Die prächtigen Blumen seinen eher etwas für faule Gärtner. „Sie wachsen langsam, brauchen nur wenig Wasser und haben eine Lebensdauer von 50, 60 Jahren“, erklärt er.

Brandenburg sei ein klassisches Gartenland, konstatiert Brigitte Faber-Schmidt. „Gerade in der Zeit der Corona-Beschränkungen haben sich viele in ihre grünen Oasen zurückgezogen und ihren Garten schätzen gelernt“, sagt die Vorsitzende des Vereins Gartenland Brandenburg.