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Potsdam Verletzte durch Silvesterböller

Von Anna Ringle | 02.01.2019, 05:00 Uhr

Verbrennungen und verlorene Finger: Rettungskräfte rückten in Brandenburg nach vorläufigen Zahlen rund 700 Mal aus.

Bei den Silvesterfeiern in Brandenburg sind mehrere Menschen durch Feuerwerkskörper verletzt worden, darunter Kinder. Nach einer vorläufigen Bilanz des Lagezentrums im Polizeipräsidium von gestern  mussten Rettungskräfte zugleich deutlich seltener im Land ausrücken als noch im Jahr davor. Das Potsdamer Ernst von Bergmann Klinikum verzeichnete trotzdem einen Anstieg bei der Behandlung von Verletzungen durch Feuerwerkskörper.

Zu den Verletzten im Land zählen mehrere Kinder. In Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) entzündete ein Elfjähriger am späten Silvesterabend auf einem Parkplatz eine nichtdetonierte Rakete erneut – sie explodierte in seiner Hand. Der Junge erlitt Verbrennungen und kam ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.

In Templin (Uckermark) wurden zwei Mädchen und ein Mann auf einem Gehweg verletzt, als ein Böller in die Gruppe flog. Die beiden Elfjährigen erlitten Verbrennungen an den Beinen. Alle drei wurden im Krankenhaus ambulant behandelt. Zu den Verletzten zählte laut Lagezentrum auch ein Mann aus Luckenwalde (Teltow-Fläming), der durch einen Böller eine Fingerkuppe verlor.

Zu annähernd 700 Einsätzen rückten Rettungskräfte aus, wie das Lagezentrum am Morgen mitteilte. Es handele sich dabei um vorläufige Zahlen. Zum Jahreswechsel 2017/18 waren es mit mehr als 1600 Einsätzen noch mehr als doppelt so viele gewesen. Zugleich hatte in der Landeshauptstadt Potsdam die Notaufnahme im Klinikum Ernst von Bergmann mehr Verletzungen durch Feuerwerkskörper zu versorgen als noch im Vorjahr. Bis zum frühen Nachmittag waren darunter drei Patienten, die durch Böller Finger verloren. Es gab auch mehrere schlimmere Augenverletzungen.

Die Feuerwehr löschte viele Brände – unter anderem auf Balkonen, an Autos, Kleidercontainern und an Mülltonnen. Zum Teil mussten Wohnhäuser evakuiert werden, darunter eines in Frankfurt (Oder). In Falkensee (Havelland) brannte Silvesterabend ein unbewohnter Bungalow nieder. In Potsdam flog eine Rakete durch ein offenes Fenster in eine Wohnung. Verletzt wurde niemand.

Ein Feuerwerkskörper beschädigte zudem ein historisches Gebäude in der Nähe des zum Weltkulturerbe zählenden Parks Sanssouci in Potsdam. Durch die Detonation am späten Montagabend sei die Eingangstür aufgebrochen worden, teilte die Polizei mit. Nach Angaben eines Sprechers der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg handelt es sich um das historische Dampfmaschinenhaus.

Es kam auch zu Streit und Rangeleien mit Verletzten während der Silvesterknallerei auf der Straße. In Brandenburg an der Havel gab es eine Schlägerei mit zwei Verletzten wegen eines zu nah an ein Auto geworfenen Böllers, wie die Polizei mitteilte. In Niemegk (Potsdam-Mittelmark) schoss ein 33-Jähriger Leuchtmunition aus einer Schreckschusswaffe in Richtung einer Jugendgruppe und traf einen 17-Jährigen am Hals.

Bei einem Löscheinsatz wurde ein Feuerwehrmann in Frankfurt (Oder) attackiert. Er habe am Neujahrsmorgen eine Platzwunde an der Lippe erlitten, weil ein Mann gegen seinen Kopf geschlagen habe, teilte die Polizei mit.