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Cottbus Verdächtige wieder frei

Von dapd/dpa | 04.12.2010, 01:57 Uhr

Die zwei im Zusammenhang mit dem Polizistenmord im südbrandenburgischen Lauchhammer festgenommenen Tatverdächtigen sind wieder auf freien Fuß.

Die beiden Russlanddeutschen, die seit fünf Jahren im nordsächsischen Gröditz bei Riesa wohnen, seien aber weiterhin tatverdächtig, sagte der Leitende Cottbuser Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher gestern. Die Haftrichterin vom Amtsgericht Cottbus habe es abgelehnt, gegen einen 37-Jährigen, der von Zeugen auf einem Blitzerfoto im Fahrzeug des Opfers erkannt worden sei, Haftbefehl zu erlassen, sagte Brocher. Sie habe wegen fehlender gutachterlicher Beweise keinen dringenden Tatverdacht festgestellt. Gegen den zweiten Verdächtigen, einen 28-jährigen Mann, sei kein Haftantrag gestellt worden. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ist aber weiterhin von der Schuld des 37-jährigen Tatverdächtigen überzeugt. Sie prüft nun, ob sie Beschwerde gegen die Entscheidung des Amtsgerichts Cottbus einlegt, sagte Brocher. "Wir halten den 37 Jahre alten Beschuldigten weiterhin für den Mann, der auf dem Blitzerfoto abgebildet ist."

Beide Männer waren am Mittwoch an ihrem Wohnort von Spezialkräften der Polizei vorübergehend festgenommen worden, weil sie der Aufforderung zur Vernehmung in Cottbus nicht widerstandslos folgen wollten. Am Donnerstagabend wurden sie wieder entlassen. Sie können sich den Angaben zufolge frei und ohne Auflagen bewegen. Die Staatsanwaltschaft will nach Vorlage weiterer Beweise gegen die beiden Männer spätestens in einer Woche Beschwerde beim Amtsgericht Cottbus einlegen und Haftbefehle erwirken, wie Brocher sagte.

Der Polizeihauptkommissar Steffen M. war am 23. November 2009 tot vor seiner Garage in Lauchhammer-Ost gefunden worden. Die Täter flüchteten mit dem Pkw des Opfers nach Sachsen, wobei der Wagen "geblitzt" wurde.

Bei den Vernehmungen hätten die beiden Männer eine Beteiligung an der Tötung des Polizisten bestritten, sagte der Leiter der Mordkommission, Peter Augustin. Sie gaben Augustin zufolge an, noch niemals in ihrem Leben in Lauchhammer gewesen zu sein. Beide hätten für die Tat kein Alibi. Seit zwei Monaten werde gezielt gegen die beiden Männer ermittelt, sagte Brocher. Auf ihre Spur sei man durch Hinweise aus der Bevölkerung gekommen.