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Streik Tarifverhandlungen für Lebensarbeitszeitkonten starten

Von PRI | 13.02.2014, 23:59 Uhr

Ziel ist es unter anderem, als erstes Bundesland Lebensarbeitszeitkonten einzuführen, erläuterte Andreas Schuster, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Für flexiblere Arbeitszeiten streiten die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes in den heute beginnenden Tarifverhandlungen mit der Landesregierung. Es werden harte Auseinandersetzungen, kündigte Günther Fuchs, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) im Vorfeld an. Ziel ist es unter anderem, als erstes Bundesland Lebensarbeitszeitkonten einzuführen, erläuterte Andreas Schuster, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Demnach sollen Beamte und Angestellte künftig ihre Urlaube aufsparen können, um beispielsweise früher in Rente beziehungsweise Pension gehen zu können.

Es geht aber auch um Anreize für junge Landesbedienstete, mehr Zeit für Kinder zu haben oder beispielsweise für den Bau eines Hauses und eine außerberufliche Fortbildung, erklärte Schuster. Für entsprechende Freiräume müssten sie sich gegenüber ihrem Arbeitgeber verpflichten, später länger zu arbeiten.

Fuchs will aber auch den Einstieg ins Arbeitsleben, beispielsweise für junge Lehrer erleichtern. Ein gleitender Beginn des Berufslebens mit weniger Unterrichtsstunden und mehr fachlicher Beratung könnte dafür sorgen, dass sich Pädagogen mit weniger Berufserfahrung nicht schon nach fünf, sechs Jahren ausgebrannt fühlen.

Die GEW verlangt zudem Anreize für Lehrer, die künftig im dünnbesiedelten Raum an mehreren Schulen unterrichten und damit weite Strecken zurücklegen müssen. Außerdem plädiert Fuchs für ein Qualifizierungsprogramm für Quereinsteiger. Es sei illusorisch anzunehmen, dass künftig genügend neue Lehrer von den Universitäten kommen, warnt er. Deshalb müssten Personen mit anderem Berufshintergrund gewonnen werden, sich zum Lehrer fortbilden zu lassen. Auch das werde Geld kosten, warnte Fuchs.

Der brandenburgische Richterbund, der selbst nicht an den Tarifverhandlungen teilnimmt, war in die Vorbereitung der Gespräche eingebunden. Der Landesvorsitzende Matthias Deller geht davon aus, dass eine seit langem erhobene Forderung der Richterschaft, nämlich bei Wunsch über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten zu dürfen, im Zuge der Verhandlungen geregelt wird.

Die Gewerkschaften wollen außerdem für die Beschäftigten im Landesdienst, die vor dem offiziellen Ende der Lebensarbeitszeit ihre Tätigkeit beenden wollen, neue Formen der Teilzeit und der Frühpensionierung durchsetzen. Fuchs hofft, dass die Gespräche mit der Landesregierung noch vor der Sommerpause zu einem Ergebnis führen. „Es geht um die Zukunft des Öffentlichen Dienstes“, formulierte er. Sollte es Versuche geben, die Gespräche bis in die Zeit nach der Landtagswahl im Herbst zu verzögern, seien die Gewerkschaften vorbereitet, Druck zu erzeugen, kündigte der Gewerkschafter an.