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Potsdam Sexstraftäter unter Beobachtung

Von dpa | 23.09.2009, 07:21 Uhr

Fast 70 aus der Haft entlassene Sexualstraftäter stehen in Brandenburg derzeit unter besonderer Beobachtung.

Sie gelten laut Justizministerium als weiterhin gefährlich. Viele von ihnen dürfen sich bestimmten Menschen oder Orten nicht nähern oder müssen sich regelmäßig bei den Behörden melden. Außerdem habe die Polizei verschiedene Kontrollmöglichkeiten, wie Ministeriumssprecher Thomas Melzer gestern sagte. Die 68 Männer seien wegen des Risikos von Wiederholungstaten in das Präventionskonzept HEADS (Haft-Entlassenen-Auskunfts-Datei-Sexualstraftäter) aufgenommen worden. Unter ihnen ist laut Melzer auch Werner K., der nach seiner Haftentlassung von Mai 2008 an mehr als ein Jahr lang in Joachimsthal (Barnim) rund um die Uhr von der Polizei bewacht worden war.

Bei 25 weiteren entlassenen Sexualstraftätern wird den Angaben zufolge geprüft, ob sie in das Projekt HEADS aufgenommen werden. "Ziel ist, die Gefahr von Wiederholungstaten zu minimieren und so die Bevölkerung zu schützen", sagte Melzer. Das Programm wurde zum 1. Januar 2008 probeweise, am 1. Juli 2008 verbindlich eingeführt. Zentraler Punkt der Regelung ist, dass die Justiz die Polizei über die Entlassung von Sexualstraftätern aus der Haft informiert. Die Polizei könne dann spezielle Maßnahmen einleiten.