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Der Rosa Riese Serienmörder macht Schlagzeilen

Von Beate Bias | 27.10.2018, 05:00 Uhr

Die vier Landgerichte in Brandenburg feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen – und blicken dabei auch auf zahlreiche spektakuläre Kriminalfälle zurück.

Einige dieser unvergessenen Verfahren rollen wir in einer Serie noch mal auf. Heute: der Mordprozess gegen Wolfgang Schmidt, odt auch wegen seiner Vorliebe für rosa Damenunterwäscher „Rosa Riese“ oder auhc „bestie von beelitz“ genannt.

Vor 26 Jahren ist Wolfgang Schmidt von einem Potsdamer Gericht wegen sechsfachen Mordes und mehrerer Mordversuche verurteilt worden. Er kommt in eine psychiatrische Anstalt, wo er therapiert werden soll. In Vergessenheit gerät der Angeklagte nicht, weil es immer wieder Schlagzeilen über den „Rosa Riesen“, der Bestie von Beelitz gibt.

Obwohl er zu einer Haftstrafe von 15 Jahren und Psychiatrie verurteilt worden ist, taucht der Mann schon nach zwei Jahren wieder außerhalb der Landesklinik Brandenburg auf. Bilder einer Überwachungskamera zeigen ihn in einer Tankstelle beim Kauf von Pornoheften. Die Bevölkerung reagiert entsetzt auf diese Nachricht. Die Ärzte der Landesklinik begründen den begleiteten Ausgang mit ersten Fortschritten bei der Therapie. Der Aufschrei ist am Ende so enorm, dass die Lockerungen gestrichen werden.

Die Bilder von der Tankstelle zeigen Wolfgang Schmidt in Frauenkleidern und Absatzschuhen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ äußert er 1996 die Hoffnung, den Maßregelvollzug irgendwann als Frau verlassen zu können. Nach mehreren Anläufen fasst das Amtsgericht Potsdam dann schließlich auch den Beschluss, dass sich Wolfgang fortan Beate nennen darf. Staatlich finanziert werden auch eine Hormonbehandlung, die Vorstufe zu einer Geschlechtsumwandlung.

Ein Jahr später lautet die Überschrift in einer Zeitung „Anschlag auf Mörder geplant“. Ein 19-jähriger Mann aus Potsdam bedroht einen Wachmann des Maßregelvollzugs mit einer Armbrust. Er will sich Zugang zu der geschlossenen Psychiatrie verschaffen und Beate Schmidt töten. Der verwirrte Mann kann festgenommen werden.

Neue Ermittlungen gegen Beate Schmidt gibt es 2010. Sie soll eine 34-jährige Patientin im Maßregelvollzug unter der Dusche vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen in dem Fall ein Jahr später ein.

Zuletzt macht Beate Schmidt vor fünf Jahren Schlagzeilen. Ihr werden erneut Lockerungsstufen genehmigt. An diesem Zustand hat sich bis heute nichts geändert. Laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums befindet sich Schmidt weiter im Maßregelvollzug. Dort hat sie am 5. Oktober ihren 52-jährigen Geburtstag gefeiert. Ob Schmidt dort bleiben muss, wird in jedem Jahr vom Landgericht Potsdam geprüft. Dazu werden Stellungnahmen eingeholt, erklärt Sarah Kress-Beuting von der Staatsanwaltschaft Potsdam. ⇥