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Ermittlungen in Potsdam Rund 220 Hinweise nach Paketbombe

Von Klaus Peters | 28.12.2017, 20:45 Uhr

Ein Täter wurde noch nicht gefasst. Polizei und DHL schweigen zu den Ermittlungen

Die rund 50 Beamten der Sonderkommission „Quer“ beim Landeskriminalamt (LKA) arbeiten auch an Wochenenden und Feiertagen. Doch vier Wochen nach dem Fund einer Paketbombe in einer Potsdamer Apotheke ist der Erpresser, der von dem Paketdienstleister DHL mehrere Millionen Euro fordert, nicht gefasst. Zum Stand der Ermittlungen äußert sich die Polizei bei solchen Erpressungs-Lagen jedoch grundsätzlich nicht. „Wir wollen Täter nicht informieren, sondern inhaftieren“, betont Torsten Herbst, Sprecher des Polizeipräsidiums.

Der oder die Erpresser hatten Anfang November an einen Händler in Frankfurt (Oder) und am 1. Dezember an eine Potsdamer Apotheke Paketbomben verschickt. Die Empfänger alarmierten rechtzeitig die Polizei, die die Sendungen unschädlich machen konnte. In dem Paket entdeckten die Ermittler neben einem Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief. Weitere Paketbomben tauchten seitdem nicht mehr auf.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte sich vor knapp drei Wochen noch optimistisch gezeigt, dass die Fahnder den Erpresser fassen könnten. Er gehe davon aus, dass der Fall bald aufgeklärt werden könne. Doch seitdem schweigt die Polizei zu dem Fall. Die Ermittler haben nach eigenen Angaben zuletzt rund 220 Hinweise aus der Bevölkerung bekommen. In den weitaus meisten Fällen wurden allerdings verdächtige Pakete gemeldet, die sich allesamt als harmlos erwiesen. So wurde Mitte Dezember im uckermärkischen Schwedt ein Einkaufszentrum für mehrere Stunden geräumt, weil es mutmaßlich aus einem Paket verdächtig gepiepst hatte. Die Entschärfergruppe des LKA entdeckten jedoch nur Bettwäsche - das Piepsen kam aus einer Apparatur unter der Ablage des Pakets.

Der Paketdienstleister DHL will sich wegen der laufenden Ermittlungen zum Erpressungsversuch und zu möglichen Auswirkungen auf den Betrieb nicht äußern. Dem Umsatz habe die kriminelle Erpressung jedoch nicht geschadet. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Sendungsmengen im Weihnachtshochbetrieb noch gestiegen, berichtet DHL-Sprecherin Anke Blenn.