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Zusteller in Ostprignitz-Ruppin Rote E-Scooter bringen die Post

Von Siegmar Trenkler/MOZ | 05.12.2017, 05:00 Uhr

Zusteller Turbopost dehnt im Nachbarkreis Testphase für Elektrofahrzeuge aus, die in zwei Jahren die Firmenflotte bilden sollen

Innerhalb von zwei Jahren möchte der Brief- und Paketzusteller Turbopost aus Neuruppin die 60 Fahrzeuge umfassende Unternehmensflotte komplett auf Elektromobile umstellen. Eine bereits vor zwei Monaten gestartete Testphase soll dazu ausgeweitet werden.

„Es führt kein Weg dran vorbei, in den nächsten ein bis zwei Jahren komplett auf Elektromobile umzustellen“, erklärt Turbopost-Geschäftsführer Matthias Bartsch. Schon im September begann eine erste Testphase mit einem skandinavischen Elek-tromobil, das eine Mischung aus Moped und Auto ist. Dieses habe sich bewährt und sei für einige Anwendungen durchaus sinnvoll. Nun soll aber ein weiteres Fahrzeug hinzukommen, das im tschechischen Ostrava hergestellt wird. „Der Markt für Elektrofahrzeuge verändert sich gerade. Wir sind dabei auszuprobieren, welche Fahrzeuge für uns sinnvoll sind“, so Bartsch. Dabei gehe es in den weiten Flächenkreisen natürlich um grundlegende Aspekte wie die Reichweite.

Bisher würden die in Frage kommenden Modelle Touren von 140 Kilometern Länge erlauben, womit sich etwa 80 Prozent der Fahrten abdecken ließen. Daneben gehe es bei den Tests aber auch um die Sicherheit und annehmbare Arbeitsbedingungen. Dabei sei die kalte Jahreszeit besonders wichtig, da unter anderem die Auswirkungen von Frost auf die Batterien getestet werden könnten. Schließlich gehe es aber auch darum, für wie alltagstauglich die Fahrzeuge sich bei den zuweilen schlechten Straßenverhältnissen erweisen. Der Turbopost-Geschäftsführer geht davon aus, dass die jetzige Testphase noch wenigstens ein halbes Jahr andauern wird.

Das Unternehmen wurde 1999 gegründet, ist in den Landkreisen Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz mit insgesamt 250 Zustellern aktiv. Von acht Depots aus werden die Briefe zugestellt. Große Umbauten für die Umrüstung auf eine elektrisch betriebene Flotte sind laut Bartsch nicht notwendig. Da die Fahrzeuge durchschnittlich von 6 bis 15 Uhr im Einsatz sind, brauche man auch keine Schnellladesäulen. In Neuruppin gibt es bereits eine Ladestation auf dem Firmengelände im Treskower Gewerbegebiet.