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Potsdam Parteien ringen um jede Stimme

Von Susann Fischer, ddp | 11.09.2009, 01:57 Uhr

Nachdem eine aktuelle Umfrage zur Landtagswahl der SPD Verluste attestiert, verlässt sich die Partei voll auf ihren Spitzenkandidaten. Die Linke spürt derweil Rückenwind, die CDU sucht Anschluss und die Grüne bangen um den Einzug ins Parlament.

Nach den Verlusten bei jüngsten Umfragen setzt die SPD im Schlussspurt zur Landtagswahl am 27. September voll auf ihren Spitzenkandidaten Matthias Platzeck. Generalsekretär Klaus Ness sagte gestern in Potsdam, 17 Tage vor der Wahl zeichne sich "das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Linke ab". Bisher sei nichts entschieden.

Zugleich werde aber durch eine am Mittwochabend veröffentlichte Umfrage "eindeutig klar", so Ness, dass die Brandenburger weiterhin Platzeck als Ministerpräsidenten favorisieren. Deshalb werde die SPD in den verbleibenden Tagen mit aller Kraft um jede einzelne Stimme kämpfen. Ness fügte hinzu, nur die Wahl der SPD garantiere, dass Platzeck erneut Regierungschef werde.

Die SPD hat bei der Umfrage von Infratest dimap gegenüber Mai drei Prozentpunkte verloren und liegt jetzt noch bei 31 Prozent. Die Linke konnte einen Prozentpunkt zulegen und kommt derzeit auf 28 Prozent. Die CDU stagniert bei 22 Prozent. Die FDP würde mit acht Prozent nach 15 Jahren Abstinenz wieder den Sprung in den Landtag schaffen. Den Grünen gelänge das mit vier Prozent nicht.

Würde der Ministerpräsident direkt gewählt werden, würden 74 Prozent für Platzeck stimmen. CDU-Spitzenkandidatin Johanna Wanka käme auf neun und Linke-Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser auf sechs Prozent.

Kaiser sagte mit Blick auf die Werte ihrer Partei: "Die Linke hat Rückenwind." Den Brandenburgern gehe es um mehr soziale Gerechtigkeit.

Auch CDU-Kandidatin Wanka betonte: "Wir kämpfen weiter um jede Stimme." Grundsätzlich werde eine Wahl nicht in Umfragen, sondern am Wahltag entschieden. Deshalb sei die Prognose für die Union vor allem Motivation für die heiße Wahlkampfphase. Die CDU werde noch einmal alle Kräfte bündeln und insbesondere noch unentschlossenen Brandenburgern ihr Angebot präsentieren.

Aus Sicht von FDP-Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz ist die Umfrage eine Bestätigung für die Partei. Nach 15 Jahren kämen die Liberalen wieder in den Landtag. Damit sei endlich eine andere Politik für Brandenburg möglich. Die FDP sei eine ernstzunehmende Alternative zu einer rot-roten Koalition.

Die Grünen nehmen die Umfrage nach den Worten ihres Landeschefs Axel Vogel als Ansporn für die letzten 17 Tage Wahlkampf. Er schätze die Aussagekraft der Umfrage als nicht besonders hoch ein, sagte Vogel. Grünen-Wähler entschieden sich erfahrungsgemäß erst spät.