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Kommune und Polizei an einem Ort Neues Sicherheitszentrum öffnet in Cottbus

Von Silke Nauschütz | 21.06.2019, 05:00 Uhr

Die Stadt hat auf Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen reagiert

Um das Sicherheitsgefühl unter den Einwohnern zu stärken, wollen Polizei und Ordnungsamt in Cottbus mehr Präsenz zeigen. In der Innenstadt hat dazu am Donnerstag ein neues Sicherheitszentrum seine Arbeit begonnen. In der Anlaufstelle für die Bürger werden jeweils ein Polizist und ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 20 Uhr für Einwohner ansprechbar sein.

Die Einrichtung ist nach Angaben der Polizei kein Ersatz für ihre Wachen in der Stadt. Anzeigen würden im Sicherheitszentrum zwar auch aufgenommen, in erster Linie gehe es aber um Prävention.

Dazu gehörten auch Serviceleistungen wie Fahrrad-Kodierungen und Verkehrsteilnehmerschulungen.

Die Räume mit zusammen 70 Quadratmetern werden bei Großveranstaltungen auch als Lagezentrum genutzt. Beim Stadtfest am kommenden Wochenende beispielsweise soll das neue Zentrum als Einsatzzentrale für die Sicherheitskräfte genutzt werden, teilte das Ordnungsamt mit. In den Räumen erhält auch die Mixstreife aus Polizei und Ordnungsamt Platz, die seit Monaten in der Stadt unterwegs ist.

Ordnungsamtsleiter der Stadtverwaltung, Thomas Bergner, sieht mit der Verstärkung der Streifendienste schon erste Erfolge. „Die Vorfälle, die wir 2018 hatten, haben wir jetzt nicht mehr“, sagte er. Anfang 2018 war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen gekommen. Das führte dazu, dass das Potsdamer Innenministerium veranlasste, keine weiteren Flüchtlinge aus der Zentralen Erstaufnahme des Landes in Eisenhüttenstadt nach Cottbus zu schicken. Die Ausschreitungen sorgten auch bundesweit für Schlagzeilen.

Nach Angaben des Innenministeriums ist die Anzahl der Straftaten in Cottbus insgesamt zurückgegangen. Trotzdem gebe es in Cottbus eine besondere Lage, sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) am Donnerstag. „In einigen Bereichen haben wir nach wie vor Probleme.“ Deshalb sei die neue Anlaufstelle ein weiterer Baustein für die „Sicherheitsarchitektur“ in Cottbus.