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Brandenburg investiert in gebaute Geschichte Millionen für den Denkmalschutz

Von Anna Kristina Bückmann | 08.01.2019, 05:00 Uhr

Die Quandtsche Tuchfabrik in Pritzwalk, Prenzlaus Kettenhaus oder der Schäferhof in Frehne / Baudenkmale benötigen Förderung

Für Sicherung, Sanierung und Restaurierung der vielen Denkmale in Brandenburg hat das Land 2018 rund 36 Millionen Euro ausgegeben. Das gaben die Ministerinnen für Kultur und Infrastruktur, Martina Münch und Kathrin Schneider (beide SPD) gestern in Potsdam bekannt. Die zahlreichen Gutshäuser, Kirchen, Industriebauten und Wohnhäuser seien nicht nur herausragende und einmalige Zeugnisse, sagte Münch in Potsdam. „Sie tragen auch maßgeblich zur Identitätsstiftung bei und locken zahlreiche Touristen ins Land.“

Für Bauten in besonders beklagenswertem Zustand gibt es seit 2015 Unterstützung durch die Denkmalhilfe des Kulturministeriums. So flossen 2017 und 2018 insgesamt rund 114 000 Euro in die Restaurierung des Schäferhofs in Frehne (Prignitz). Das um 1716 erbaute Fachwerkhaus zählte unter anderem zum Gut der Familie von Graevenitz, bevor es als Schäferei genutzt wurde.

Nach mehr als 20 Jahren Lehrstand begann ein privater Investor 2018 mithilfe der Fördermittel mit der denkmalgerechten Instandsetzung. Das Schäferhaus sei gemeinsam mit anderen Bauten bezeichnend für die Baukultur Brandenburgs, sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg. Die Denkmalhilfe soll 2019 von 1 Million auf 1,5 Million Euro aufgestockt werden.

24 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel stammen aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Für die Sanierung der Bauten brauche es neben einer Förderung aber auch ein gutes Nutzungskonzept und Initiativen vor Ort, sagte Infrastrukturministerin Schneider. Gute Beispiele seien die Quandtsche Tuchfabrik in Pritzwalk und das Kettenhaus in Prenzlau (Uckermark). Das Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Gutshaus diente lange Zeit als Wohnhaus. Seit Ende der 1980er Jahre stand das Gebäude leer und zerfiel zusehends. 2014 kaufte ein privater Investor das Haus. Nach drei Jahren Bauzeit konnte das sanierte Gebäude Anfang 2018 übergeben werden. „So entstehen einzigartige Ensembles und neue Nutzungen, die die Innenstädte beleben und Identität schaffen“, sagte Schneider.

In Brandenburg gibt es rund 24 500 Baudenkmale. 13 700 davon stehen in der Denkmalliste des Landes. Jährlich werden etwa 150 neue Baudenkmale unter Schutz gestellt. Rund 15 historische Bauten müssen pro Jahr aus der Liste gestrichen werden, da sie nicht mehr zu retten sind. Auf die Notfallhilfe für besonders beklagenswerte Bauten warten derzeit Anträge in Höhe von insgesamt rund sechseinhalb Million Euro.