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Cottbus Massenkarambolage inszeniert

Von Brita Beyer, ddp | 07.09.2009, 01:57 Uhr

Blaulicht und Martinshorn haben am Sonnabend die Szenerie auf dem Cottbuser Stadtring bestimmt.

Doch der Zusammenstoß zweier Autos in Höhe der Spreebrücke, der eine verheerende Massenkarambolage auslöste, war nur zu Übungszwecken inszeniert worden. Rund 400 Feuerwehrleute aus Deutschland und Polen probten gemeinsam den Ernstfall bei einer folgenschweren Kollision.

Gemäß Regieanweisung fuhren am frühen Morgen bei strömendem Regen binnen kurzer Zeit 14 weitere Pkw, ein voll besetzter Linienbus und ein Tanklastzug mit rund 10 000 Litern Dieselkraftstoff in die ungesicherte "Unfallstelle". Der Sprit ergoss sich wenige Minuten nach dem Aufprall in die Spree. Mehr als 40 teils schwer verletzte Personen waren in Fahrzeugen eingeklemmt oder lagen im Bus.

"Als wir am Unfallort eintrafen, bot sich uns ein Bild des Schreckens", sagte der 1. Hauptbrandmeister Hans-Dieter Adam von der Freiwilligen Feuerwehr des Cottbuser Ortsteils Merzdorf. Er und sein Einsatztrupp waren kurz nach 8.15 Uhr von der Leitstelle Lausitz alarmiert worden. Der Notruf der Einsatzzentrale ging zugleich an die Cottbuser Berufsfeuerwehr sowie an 21 Freiwillige Wehren aus Cottbus und den Kreisen Spree-Neiße und Dahme-Spreewald. Auch das THW, das DRK, die Johanniter-Unfall-Hilfe, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und die ADAC-Luftrettung mit zwei Hubschraubern wurden in die Übung einbezogen. Die 25 Schwerverletzten und sieben tödlich Verunglückten wurden von Komparsen der Hochschule Lausitz dargestellt.

Zu dem wurde dringende Hilfe im Rahmen der vertraglich geregelten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aus dem benachbarten Polen angefordert. Aus der Cottbuser Partnerstadt Zielona Gora sowie aus Lubsko und Gubin halfen 31 Feuerwehrleute bei der Versorgung der Verletzten und der Errichtung zweier Ölsperren in der Spree.

"Wir haben bei dieser Übung wertvolle praktische Erfahrungen für die länderübergreifende Zusammenarbeit gesammelt", sagte der Einsatzkommandant Waldemar Michalowski aus Zielona Gora. "Wir helfen den Deutschen und sie unterstützen uns, wenn es bei uns zu größeren Schadensfällen und Havarien kommt", sagte der polnische Feuerwehrmann Maximilian Koperski.

Die Ziele der Übung - die massenhafte Rettung von Verunglückten sowie das Errichtung der Ölsperren - wurden nach den Worten des Präsidenten des Cottbuser Stadtfeuerwehrverbandes, Wolfgang Bialas, erreicht. Die Euroregion Spree-Neiße-Bober sei für den Ernstfall gut gerüstet.