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Schule Los geht’s mit dem Abi in Brandenburg – trotz Corona

Von Oliver von Riegen | 21.04.2020, 05:00 Uhr

Die Schulen öffnen allmählich wieder - die ersten sind die Abiturienten – Der Landesschülerrat ist dafür

Die Abiturprüfungen in Brandenburg haben begonnen - trotz Corona-Krise. Den Anfang machten am Montag fast 2700 Schüler an 98 Schulen, die bei mindestens 1,50 Meter Abstand und unter strengen Hygieneregeln Arbeiten in Geografie, Geschichte und Politische Bildung schreiben sollten. Prüfungstermine in Fächern wie Kunst, Gestaltungs- und Medientechnik legen die Schulen selbst fest. Am 5. Mai, dem letzten Haupttermin für die schriftliche Prüfung, steht Mathematik an. Nachschreibetermine sind bis in den Juni geplant. Wer sich psychisch belastet oder krank fühlt, soll darauf ausweichen. Rund 85 Prozent der Schulen haben sich bei einer Umfrage entscheiden, bei den Hauptterminen mitzumachen.

Der Brandenburger Pädagogen-Verband hält den Start für einen Test für die weitere Öffnung der Schulen. „Es ist zu schaffen“, sagte Präsident Hartmut Stäker. „Die Bedingungen waren klar.“ . Er verwies auf Mindestabstand und Händewaschen. An seiner Schule, dem Oberstufenzentrum Lübben, geht die erste Prüfung erst am Freitag los.

Stäker hält es für richtig, dass die Schüler kein Abitur auf Grundlage von Durchschnittsnoten ohne Prüfungen machen. Schüler, die ein Durchschnittsabitur machten, hätten ihr Leben lang damit zu tun, ein Notabitur gemacht zu haben.

Der Landesschülerrat Brandenburg zeigte sich „relativ glücklich“, dass die Abiturprüfungen stattfinden. „Wir (...) wollten schon immer eigentlich den Schülerinnen und Schülern die Chance geben, diese Prüfungen schreiben zu können“, sagte Sprecherin Nele Dreizehner dem RBB. „Allerdings können wir vollkommen verstehen, wenn sich Schülerinnen und Schüler für ein Durchschnittsabitur entschieden haben, was jetzt natürlich nicht umgesetzt werden kann.“ Sie betonte: „Wir konnten nicht garantieren, dass jede Uni diesen 2020er-Jahrgang einfach so akzeptiert wie ein ganz normales Abitur.“

Die Mehrheit von 1701 befragten Schülern sprach sich in einer Umfrage des Brandenburger Landesschülerrats für ein Durchschnittsabitur aus, wenn es sehr lange nicht möglich sein sollte, Abiturprüfungen zu schreiben.

Ebenfalls eine Mehrheit sah allerdings keine Verbesserung des Abi-Schnitts durch die Prüfungen. Die Sprecherin des Schülerrats wies darauf hin, dass die Umfrage nicht repräsentativ sei.