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Cyber-Kriminalität Lösegeld-Trojaner im Netzwerk

Von Barbara Haak | 05.11.2015, 21:00 Uhr

Ein Wittenberger Unternehmen wird über das Internet erpresst

Ein Unternehmen aus der Elbestadt ist Opfer von Interneterpressern. Die Hacker haben mit einem Virus das gesamte Computersystem lahm gelegt. Das Unternehmen hat sich offenbar unbeabsichtigt einen Lösegeld-Trojaner in sein Netzwerk geholt. Die Folge: Sämtliche Dateien sind nicht mehr zugänglich. Erst gegen Zahlung eines Geldbetrages solle die Sperre wieder aufgehoben werden, so die Internetkriminellen. Das Unternehmen erstattete wegen Erpressung Anzeigen bei der Polizei.

Nach Recherchen des „Prignitzers“ handelt es sich bei der betroffenen Firma um ein kleineres Unternehmen. Ein Mitarbeiter hat laut Polizei vermutlich einen Mailanhang geöffnet, in dem sich der Trojaner mit der Schadsoftware befand. Wie die Redaktion recherchierte, soll es sich um den sogenannten RSA-Virus handeln, in Fachkreisen auch bekannt als Erpressungstrojaner. Das Schadprogramm verschlüsselt die auf den Rechnern befindlichen Dateien.

Wie der Fachliteratur zu entnehmen ist, häufen sich seit 2014 die Fälle, in denen diese Erpressungstrojaner eingesetzt werden. In der Regel verlangen die Internetkriminellen die Zahlung eines Lösegeldes und versprechen, dann die Dateien wieder frei zu schalten. Das Geld ist über ein so genanntes Computertor in Bitcoins – einer Internetwährung – zu entrichten. In der Regel verlangen die Hacker 500 und mehr Euro für das Freischalten des Netzes.

Die Polizeidirektion Nord machte gestern auf Anfrage des „Prignitzers“ keine Angaben, wie hoch der Betrag ist, um den das elbestädtische Unternehmen erpresst werden sollte. Wie hoch der entstandene Sachschaden für die Firma ist, ist bisher auch noch nicht klar. Die Kriminalpolizei führt die Ermittlungen und warnt ausdrücklich davor, das geforderte Geld zu bezahlen.

Aktuell gibt es nach Polizeiangaben keine weiteren ähnlichen Erpressungsfälle in der Prignitz.