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Potsdam/Berlin Langer Weg zur Arbeit

Von dpa | 04.12.2010, 01:57 Uhr

Arbeitnehmer in Berlin und Brandenburg sind noch mobiler geworden.

In beiden Bundesländern sei die Zahl der Berufspendler seit 2005 gestiegen, erklärte die Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, Ulrike Rockmann, gestern in Berlin. Dort stellte sie das neu erschienene Statistische Jahrbuch 2010 vor. Insgesamt stieg seit 2005 auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in beiden Ländern. Im vergangenen Jahr pendelten 68 240 Berliner nach Brandenburg - 14,3 Prozent mehr als 2005. Im Gegenzug kamen 176 800 Brandenburger in die Hauptstadt. Das waren 15,3 Prozent mehr als 2005. Rockmann sprach von einer "sehr starken Verflechtung" beider Länder. Da müsse man sich nicht wundern, dass die Straßen und S-Bahnen so voll seien, sagte sie. Berlin ist nicht nur für Brandenburger ein wichtiger Arbeitsort. Von 240 000 Einpendlern kam 2009 jeder Vierte aus anderen Bundesländern. Die Mark wurde nur von jedem zweiten der 137 000 Berliner Auspendler angesteuert. 51 Prozent der pendelnden Berliner fuhren in andere Bundesländer.

Pendler in Berlin und Brandenburg nehmen allerdings oft lange Wege und viel Zeit in Kauf: Etwa die Hälfte benötigt 30 bis 60 Minuten zur Arbeit und fährt 25 bis 50 Kilometer. Selbst innerhalb Berlins kann der Weg zur Arbeit dauern: Dort wohnt nur etwa die Hälfte der Arbeitnehmer weniger als zehn Kilometer vom Arbeitsort entfernt. Rund 60 Prozent sind in weniger als einer halben Stunde bei der Arbeit. Der Rest muss länger fahren.

In Brandenburg schaffen es rund 81 Prozent der Beschäftigten in weniger als einer halben Stunde zur Arbeit, obwohl auch hier nur etwas mehr als die Hälfte weniger als zehn Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt lebt. In Brandenburg gab 2009 es rund 738 000 dieser Arbeitsplätze, das bedeutet im Land einen Zuwachs von 5,6 Prozent seit 2005.