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Berlin/Wiesbaden Kreditkartenbetrüger gefasst

Von dpa | 13.10.2009, 01:57 Uhr

Zwei mutmaßliche Bank- und Kreditkartenbetrüger sind der Polizei in Brandenburg ins Netz gegangen.

Die beiden 31 und 39 Jahre alten Bulgaren sitzen seit vergangenem Samstag in Berlin in Untersuchungshaft, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden gestern mitteilte. BKA-Beamte fassten das Duo, das zu einer Bande gehören soll, in Neustadt/Dosse. Bei der Durchsuchung von fünf Wohnungen und Büros in der Prignitz beschlagnahmten sie rund 1500 Blankokarten, illegal besorgte Kreditkartendaten und vor allem technische Geräte zum Beschreiben von Kreditkartenrohlingen ("white-plastics"), sowie Bargeld.

Die beiden Männer sollen auf Bank- und Kreditkarten gespeicherte Kundendaten - einschließlich Geheimnummern - ausgespäht und damit von fremden Konten Bargeld abgehoben haben. Der englische Fachbegriff dafür lautet "Skimming". Mit den Daten fertigen die Täter eine Kopie der jeweiligen Karte an und hoben mit ihr im Ausland Bargeld ab. Um an die Kundendaten auf dem Magnetstreifen zu kommen, installieren Betrüger an Geldautomaten einen manipulierten Kartenleser. Nach Polizeiangaben sehe diese Kartenleser genauso aus wie das Original und sind so gebaut, dass die eingeschobene Karte zum echten Kartenleser weiter transportiert wird. So können die Daten des Magnetstreifens gelesen werden, ohne dass die Bedienung des Geldautomaten beeinträchtigt und der Kunde misstrauisch wird. Eine andere Variante ist die Manipulation des Kartenlesers am Türöffner der Bank. Entweder verwenden die Täter ebenfalls Aufsatzgeräte oder sie bauen in die häufig nicht ausreichend gesicherten Gehäuse einen weiteren Kartenleser ein.

Um auch an die Geheimnummer zu kommen, bringen die Betrüger heimlich Miniatur-Videokameras im Raum an. Oder sie überdecken die Tastatur mit einem Nachbau, der die Zahlenfolge speichert.

Laut BKA kamen die Ermittler den in Neustadt festgenommenen Männern durch intensive Zusammenarbeit mit den bulgarischen und mazedonischen Behörden auf die Spur. "Ausländische Tätergruppierungen spielen eine dominierende Rolle im Bereich der Zahlungskartenkriminalität", teilte BKA-Präsident Jörg Ziercke mit. Die jetzigen Festnahmen seien ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation mit internationalen Strafverfolgungsbehörden.