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Märkischer EU-Abgeordneter Innovative Projekte gefordert

Von MOZ | 29.04.2019, 05:00 Uhr

Märkischer EU-Abgeordnete Christian Ehler: Im neuen Förderprogramm stehen 100 Milliarden Euro bereit.

Es ist das größte Programm für Forschung und Innovation, das die Europäische Union je auf den Weg gebracht hat. Unter dem Namen „Horizont Europa“ (Horizon Europe) stehen ab 2021 rund 100 Milliarden Euro bereit, mit denen die Digitalisierung, der Klimawandel, neue Energiequellen  und andere Herausforderungen in Angriff genommen werden sollen.

„Offiziell beginnt Horizont Europa erst in zwei Jahren. Doch der Startschuss für alle, die sich daran beteiligen wollen, fällt schon jetzt.“ Das sagt einer, der an dem Programm entscheidend beteiligt war, das kürzlich vom EU-Parlament in Strasburg beschlossen wurde. Der CDU-Abgeordnete Christian Ehler aus Brandenburg war Chefberichterstatter des Parlaments bei diesem wichtigen Projekt, hat „etwa 900 Positionspapiere  gelesen sowie mit Vertretern aus allen 27 Mitgliedsstaaten debattiert“, wie er berichtet.

„Ein Drittel der Forschung Europas wird sich mit dem Klimaschutz beschäftigen, es ist damit das größte Klimaschutzprogramm der Welt“, sagt Ehler. Was den 55-jährigen Politiker mit Freude und Sorge zugleich erfüllt, ist die Tatsache, dass sich aus dem Programm zahlreiche Möglichkeiten für Brandenburg ergeben, dass aber bisher kaum Projekte mit der geforderten innovativen Initialzündung erarbeitet wurden.

„Wir haben ein spezielles Programm für Kohleregionen im Umbruch verankert, das nicht nur für die Lausitz Bedeutung hat, sondern auch für den Umbau energieintensiver Standorte wie Schwedt, Eisenhüttenstadt oder Hennigsdorf“, erläutert Ehler.

Die Frage, warum sich Brandenburg nicht etwa um ein Pilotprojekt für das erste CO2-neutrale Stahlwerk bewerbe, bewegt ihn schon lange. „Mit Vertretern von Arcelor in Eisenhüttenstadt habe ich dazu schon gesprochen“, verrät der CDU-Politiker. Die Kooperation zwischen Industrie und Forschung müsse in Brandenburg noch enger werden. Denn dies sei entscheidend, um Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze zu erhalten und neu zu schaffen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) des Horizont Europa-Budgets soll in Verbundprojekte fließen, bei denen Unis, Forschungseinrichtungen und Industrie zusammenarbeiten.

„Wenn es um den Kohleausstieg in der Lausitz geht, muss man überlegen, welche vorhandenen technologischen Kompetenzen man darüber hinaus nutzen kann“, regt er an. Denn die Ingenieure könnten viel mehr als das, was man für die Kohleerzeugung braucht. Für ihre Qualifizierung und um junge  Wissenschaftler anzuziehen, müsse sich die Landespolitik um neue Forschungsinstitute oder Doktorandenkollegs bemühen.

Gleichzeitig müsse die Kooperation zwischen Brandenburger und Berliner Hochschulen sowie Unternehmen gestärkt werden. „Berlin hat sich schon dreimal bei der EU um eine Förderung als Smart City beworben, kam aber nie zum Zuge, weil Brandenburg nicht mit einbezogen war“, berichtet der Abgeordnete aus dem Nähkästchen.