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Potsdam Impf-Appell an Brandenburger

Von Susann Fischer, ddp | 24.10.2009, 01:57 Uhr

Die Auslieferung der Medikamente läuft auch in Brandenburg: In den kommenden Tagen beginnen die Schweinegrippe-Impfungen. Das Gesundheitsministerium ruft die Brandenburger nun eindringlich auf, daran teilzunehmen. Und Ärzte monieren die Entlohnung.

Gesundheitsstaatssekretär Winfrid Alber hat die Brandenburger zur Impfung gegen die neue Influenza aufgerufen. Bisher weise die so genannte Schweinegrippe einen milden Verlauf auf, sagte Alber gestern in Potsdam. Jedoch könne sich das in den Wintermonaten ändern. Eine Impfung sei der beste Schutz vor einer Erkrankung.

Impfungen seien ein wichtiger Beitrag, um einer neuen Pandemiewelle entgegenzuwirken, fügte Alber hinzu. Im Falle einer Ausbreitung der Schweinegrippe bestehe die Gefahr, dass sich das Virus verändere und gefährlicher werde.

Brandenburg hat zunächst nach Angaben von Alber 1,5 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix bestellt. Das reicht bei zweimaliger Impfung für etwa 30 Prozent der Bevölkerung. Nach neuesten Erkenntnissen könnte die große Altersgruppe der 10- bis 60-Jährigen aber auch mit einer Impfung auskommen, sagte Alber. Das solle bis Mitte November endgültig geklärt werden. Falls sich die Erkenntnisse bestätigten, reiche der Impfstoff für mehr als die Hälfte der Brandenburger.

Die Auslieferung des Impfstoffes hat begonnen. Ab Montag sollen zunächst Schlüsselpersonen mit vielen Kontakten zu Menschen wie Mitarbeiter von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sowie Polizisten und Feuerwehrleute geimpft werden. Zudem werden Risikopersonen wie chronisch Kranke vorrangig geimpft.

Allein die Schlüsselpersonen machen laut Alber sechs Prozent der Bevölkerung aus. Etwa ab Mitte November sollen dann alle anderen Brandenburger Impfungen erhalten können. Für schwangere Frauen wird möglicherweise noch ein besonderer Impfstoff bestellt. Verhandlungen der Länder dazu laufen, sagte der Staatssekretär. Für hochrangige Persönlichkeiten wird dagegen nach Angaben von Alber kein gesonderter Impfstoff angeschafft.

Die Ärzte bekommen je Impfung ein Honorar von fünf Euro. Das kritisierte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Hans-Joachim Helming, als viel zu gering. Das sei bei weitem nicht kostendeckend, denn die Mediziner würden auch beratend tätig und müssten die Spritzen für die Impfungen als Sondermüll entsorgen. Jedoch werde sich kein Arzt in Brandenburg weigern, die Impfungen vorzunehmen, denn diese seien wichtig.