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Potsdam Hunderte Überlebende zu Jubiläum erwartet

Von ddp | 04.02.2010, 01:57 Uhr

Zum 65.

Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück werden im April Hunderte Überlebende erwartet. Derzeit lägen schon mehr als 600 Anmeldungen von ehemaligen Häftlingen vor, sagte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch, gestern in Potsdam. Die Stiftung plane zahlreiche Veranstaltungen für die Zeit vom 16. bis 19. April. Zur zentralen Gedenkveranstaltung in der Mahn- und Gedenkstätte des Frauen-KZ Ravensbrück am 18. April werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. Die Stiftung lade vor allem junge Leute zu Begegnungen mit den Zeitzeugen ein.

Das Land und der Bund unterstützten die Gedenkveranstaltungen mit 580 000 Euro. Ein Großteil des Geldes werde dazu verwendet, den oft verarmten KZ-Überlebenden aus Osteuropa die Reise zu den Veranstaltungen zu ermöglichen. Morsch verwies darauf, dass die Zahl der Überlebenden immer geringer werde. Umso erfreulicher sei der große Zuspruch für die Gedenkfeiern.

Höhepunkt der Veranstaltungen in der Gedenkstätte Ravensbrück werde am 17. April die Aufführung einer Operette sein, die eine französische Inhaftierte in dem KZ geschrieben hatte, sagte Eschenbach. Das dafür nötige Budget von rund 49 000 Euro sei allerdings noch nicht beisammen. Germaine Tillion habe von 1943 bis 1945 zu den sogenannten Verfügbaren gehört, die keinem festen Arbeitskommando zugeordnet waren. Das Stück "Le Verfügbar aux enfers" sei 2007 zum 100. Geburtstag Tillions in Paris uraufgeführt worden. Ein Jahr später sei sie gestorben.

Zum Auftakt der Gedenkveranstaltungen werde am 16. April im Belower Wald bei Wittstock das Todesmarsch-Museum als pädagogische Projektwerkstatt wiedereröffnet, sagte Morsch. Das Museum wird seit Juli 2008 umgebaut. Außerdem entsteht in dem Wald, wo Ende April 1945 mehr als 16 000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen für mehrere Tage unter freiem Himmel und nahezu ohne jede Versorgung lagern mussten, eine Open-Air-Ausstellung zur Geschichte der Todesmärsche.