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Bauern und Gärtner in Brandenburg Hoffen auf frostfreies Frühjahr

Von Christian Bark | 19.03.2018, 05:00 Uhr

Im vergangenen Jahr ließen winterliche Temperaturen im April bereits blühende Pflanzen erfrieren.

Bauern und Gärtner in Brandenburg erhoffen sich mit Blick auf das beginnende Frühjahr keine allzu großen Temperaturschwankungen. Das ergab eine Umfrage anlässlich des bevorstehenden Frühlingsanfangs am 21. März. „Das Frühjahr sollte feucht, mäßig warm und sonnig verlaufen“, sagte Landesbauernverbandssprecher Tino Erstling. Ein plötzlicher Kälteeinbruch nach anfänglich milden Temperaturen wie im vergangenen April würde viele Sparten der Landwirtschaft erneut vor große Probleme stellen.

Der Februarfrost habe den Ackerkulturen bisher wenig anhaben können, sagte der Verbandssprecher. Optimistisch mache die Bauern auch der Verlauf des zurückliegenden Winters mit mäßigen Temperaturen. Bereits im Februar habe die Saison für die Landwirte mit der Düngung von Winterkulturen wie Raps oder Getreide begonnen. „Die Erfahrungen aus 2017 haben aber auch einige Landwirte dazu bewogen, kälteresistentere Kulturen in den Boden zu bringen“, erklärte Erstling.

Bei den Gartenbaubetrieben im Land ist die Frühjahrssaison mit dem Verkauf von Violen, Hornveilchen, Primeln und Bellis bereits seit Wochen eingeleitet. Auch dort stellen diskontinuierliche Temperaturverläufe im Winter aber auch im Frühjahr eine große Herausforderung mit Blick auf die Kultursteuerung dar, wie der Geschäftsführer des Landesgartenbauverbands, Andreas Jende, sagte. Da aber die überwiegende Zahl der Frühblüher im geschützten Anbau produziert werde, seien diesen Winter keine Schäden aufgetreten.

Diese habe es hingegen im Freiland bei früh blühenden Zwiebelpflanzen gegeben, da die Frostnächte im Februar ohne Schneedecke gewesen seien. „Es wäre im Sinne aller Gartenbauunternehmen, wenn es jetzt keine starken Temperaturschwankungen mehr gibt“, sagte Jende. Leichte Frühlingstemperaturen würden einen guten Abverkauf der Frühjahrspflanzen befördern. Der sei dringend notwendig, um Platz für die Beet- und Balkonpflanzen zu machen, die Tag für Tag schon größer werden würden. „Mit dem Beginn der Baumblüte hoffen wir, dass es zu keinen Spätfrösten wie im vergangenen Jahr kommt“, sagte der Verbandsgeschäftsführer.

Für viele Kleingärtner in Brandenburg beginnt nun nach Baumschnitt und Veredelung die Aussaat von Vorkulturen wie Gurke und Tomate. Wie Sylvia Rose vom Landesverband der Gartenfreunde erklärte, werde Ende März in den Kleingartenanlagen das Wasser angestellt. Den Winter hätten die Vereine ohne größere Frostschäden überstanden. Eine Ausnahme stellten Stammrosen bei zu frühem Austrieb dar. „Wir hoffen im Frühling auf langsam steigende Temperaturen und keine durchgehende Trockenheit“, sagte Rose. Viel gegen die Natur könnten die Gärtner im Ernstfall nicht ausrichten. Im Kleingarten sei wenig Schutz vor Frostschäden möglich.

Wie Kristin Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) sagte, war Brandenburg diesen Winter mit 105 Litern Niederschlag pro Quadratmeter das trockenste und mit 205 Sonnestunden gleichzeitig das sonnenscheinreichste deutsche Bundesland. Mit einer Durchschnittstemperatur von 1,8 Grad Celsius sei der Winter erneut zu warm ausgefallen.„Wir bewegen uns derzeit aber im klimatologischen Mittel“, sagte ihr Kollege Thomas Endrulat. Eine plötzliche, länger anhaltende Kältewelle nach anfänglich milden Temperaturen wie im vergangenen Jahr könne er sich nur schwer vorstellen. Dazu laufe temperaturmäßig zur Zeit alles zu sehr „nach Plan“.