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Weniger Einbrüche aber mehr Gewalt Gesunkene Kriminalitätsbelastung

Von Ronald Ufer | 28.03.2018, 05:00 Uhr

Polizeidirektion Nord zieht Bilanz für 2017: Weniger Diebstähle aber mehr Gewaltstraftaten – Auflärungsrate höher als im Landesschnitt

Nach einem leichten Anstieg 2016 sind im Bereich der Polizeidirektion Nord die Fallzahlen im Vorjahr um 350 auf 25 278 gesunken. „Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote leicht auf 56,5 und liegt weiter deutlich über dem Landesschnitt von 55,3 Prozent“, sagte gestern der Leiter der Polizeidirektion, Frank Storch, bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2017.

10 162 Tatverdächtige wurden ermittelt. Davon waren 1613 (+52) nichtdeutscher Herkunft und von diesen 640 Zuwanderer. Auch 448 Kinder, 1019 Jugendliche und 617 Heranwachsende waren tatverdächtig.

Die Zahl der Straftaten berechnet auf 100 000 Einwohner sank leicht auf 6551 nach 6670 im Vorjahr. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 7015.

Für den Landkreis Prignitz wurden 4832 Straftaten erfasst (+205), von denen 3046 aufgeklärt wurden. Die Aufklärungsquote lag mit 63 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der Polizeidirektion.

Insgesamt entwickelte sich die Krimanalität unterschiedlich. Während die Diebstähle um 703 auf 8766 Fälle sanken, stiegen die Rohheitsdelikte um 108 auf 4366 Fälle, die Betrugsfälle um 114 auf 2704 Straftaten und die Sachbeschädigungen um 226 auf 3100 Fälle. Rauschgiftdelikte wurden wie im Vorjahr 871 Fälle gezählt. Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sanken um 28 auf 253. Besonders stark nahmen die Wohnungseinbrüche um 203 auf 563 Fälle ab.

Besorgnis erregend ist der Anstieg der Gewaltkriminalität um 150 Fälle auf 835 Straftaten, von denen aber 88 Prozent, 735 Fälle, aufgeklärt werden konnten. Dazu zählen 2810 Körperverletzungen (+99). 205 (+26) Gewaltstraftaten richteten sich gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte. Brandstiftungen nahmen deutlich um 98 auf 163 Fälle ab.

Bei der politisch motivierten Kriminalität wurde dem landesweiten Trend entsprechend ein weiterer deutlicher Anstieg (+69) auf den bislang höchsten Stand von 459 Fällen registriert. 254 Fälle konnten aufgeklärt werden. Dabei gehörten 255 (-30) Fälle zur rechts und 80 (+38) Fälle zur links motivierten Kriminalität. Die Gewaltdelikte sanken von 48 auf 42. Von diesen politisch motivierten Gewaltstraftaten waren 33 rechts und ein Fall links motiviert sowie zwei der politisch motivierten Ausländerkriminalität zuzurechnen. In der Prignitz wurden 108 (+19) politisch motivierte Delikte erfasst.

Die Anzahl der Straftaten der politisch motivierten Ausländerkriminalität, z.B. in Form deutschfeindlicher Beleidigungen oder körperlicher Angriffe, sank von 17 auf zehn Fälle.