Ein Angebot des medienhaus nord

Wohnungsbau Förderung nur langsam angenommen

Von Gudrun Janicke | 27.12.2017, 21:00 Uhr

Brandenburg will mehr bezahlbare Mieten auch für kleinere Familienbudgets. Leerstandsquote sinkt

Bezahlbares Wohnen soll in Brandenburg weiter gefördert werden. „Wir konzentrieren uns dabei auf miet- und belegungsgebundene Wohnungen“, sagte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Es müsse auch ein preisgebundenes Angebot für den schmaleren Geldbeutel geben.

In dieser Wahlperiode werden für die Förderung pro Jahr etwa 100 Millionen Euro bereitgestellt. Ein Teil komme vom Bund, der Rest werde aus dem Wohnungsbauvermögen des Landes finanziert, sagte Schneider. Das Förderangebot werde Jahr für Jahr besser angenommen. Vor allem der Mietwohnungsneubau steige. 2015 seien Bewilligungen für 41 Wohnungen und 2016 bereits für 443 erteilt worden. 2017 kommen Bewilligungen für etwa 500 Wohnungen dazu, die über diesen Weg finanziert werden. Die Förderung werde vor allem in Potsdam angenommen, wo die Nachfrage nach Wohnraum besonders groß sei. Zudem sei 2017 eine zweite Einkommensgrenze für den Bezug von Sozialwohnungen eingeführt worden. In den Genuss sollen insbesondere Familien mit Kindern, Senioren und Menschen mit Behinderung kommen. Bislang standen nur Brandenburgern mit einem Wohnberechtigungsschein belegungsgebundene Wohnungen mit einer Miete von 5,50 Euro zu. Nun können Bürger, deren Einkommen die Grenze für einen Wohnberechtigungsschein um bis zu 40 Prozent überschreiten, belegungsgebundene Wohnungen mieten. Die Höchstmiete läge dann bei bis zu sieben Euro pro Quadratmeter im Berliner Umland und sechs Euro in entfernteren Regionen.

Um den Bau von bezahlbaren Wohnungen zu beschleunigen, wurde im Frühjahr das Bündnis für Wohnen gestartet. Wohnungsunternehmen, Mieterbund, Architektenverband sowie Städte- und Gemeindebund arbeiten zusammen. „Ich bin aber noch nicht zufrieden mit der Annahme unserer Förderprogramme. Wir wollen zusammen herausfinden, wo es klemmt“, sagte Schneider. Bislang gebe es vor allem Nachfrage nach dem Bau entsprechender Wohnungen in Potsdam. Auch andere Städte und Gemeinden sollten mehr mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen bauen. Die Leerstandsquote konnte im Land nach Angaben von Schneider mittlerweile auf unter zehn Prozent gesenkt werden. „Es werden nicht mehr so viele Wohnungen vom Markt genommen, wie einmal angedacht“, sagte die Ministerin.

Der Schwerpunkt liege jetzt auf Aufwertung, Modernisierung und Instandhaltung: beispielsweise in Gründerzeitvierteln wie in Wittenberge oder in Plattenbauten wie in Schwedt. „Die Städtebauförderung ist ein Segen für das Land.“ 93,6 Millionen Euro wurden von Bund und Land zur Verfügung gestellt, um die soziale Integration in den Städten, die Sanierung von Kitas, Schulen und Sozialzentren oder durch die Errichtung von Bürgerhäusern zu unterstützen.