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Mit Förderung zur Ausbildung Flüchtlinge suchen Lehre

Von Redaktion svz.de | 23.02.2019, 05:00 Uhr

Ausbildung und Arbeit als bester Weg zur Integration

Immer mehr junge Flüchtlinge wollen eine Berufsausbildung im Land machen. Die Zahl interessierter Flüchtlinge für Ausbildungsstellen sei im vergangenen Ausbildungsjahr um zwei Drittel auf 756 Bewerber gestiegen, teilte der Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit in Berlin-Brandenburg, Bernd Becking, gestern in Potsdam mit. Viele Interessenten hätten versorgt werden können. „Eine Berufsausbildung ist ein enorm wichtiger Schritt und ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland.“

Von den 756 Interessenten nahmen 224 - rund 30 Prozent - in dem Ausbildungsjahr oder später eine Ausbildung auf. Der Anteil war im Ausbildungsjahr zuvor gleich hoch. Das geht aus dem Bericht der Arbeitsagentur über die Bewerber für Berufsausbildungsstellen im Kontext von Fluchtmigration hervor.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) forderte, die Potenziale ausländischer Jugendlicher auch zu nutzen. „Ausbildung und Arbeit sind der beste Weg, um Flüchtlinge in ihrem neuen Zuhause zu integrieren“, erklärte sie bei einem Besuch des Oberstufenzentrums Johanna Just in Potsdam, an dem Azubis aus 34 Ländern lernen. An den 25 Oberstufenzentren im Land werden derzeit fast 38 000 Schüler unterrichtet.

Das Bildungsministerium und die Arbeitsagentur sprachen auch davon, dass die Schulbildung geflüchteter Jugendlicher teilweise gering sei. Dennoch sei es geschafft worden, ihnen passende Unterstützung und Angebote in Schulen zu machen. Als Beispiel nannten sie Sprachförderung und Programme zur Berufsorientierung.

Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher sagte, für eine gelingende Integration müssten auch die kommunalen Ausländerbehörden mitspielen, die über den Aufenthaltsstatus junger Geflüchteter entscheiden.