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Politik Flüchtlinge mit mehr Platz

Von hata | 09.02.2014, 15:18 Uhr

Ausländerbehörde schafft 250 zusätzliche Betten in Eisenhüttenstadt und einen Infektionsschutz-Container

Die Aufnahmekapazität der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) ist erneut erweitert worden. In fünf neuen Containeranlagen stehen bis zu 250 Wohnplätze zusätzlich zur Verfügung. Ein Teil dient als Ausweichquartier für die Bewohner des Männerhauses, das in diesem Jahr abschnittsweise saniert wird.
Die Bundespolitik rechnet in diesem Jahr mit einem erneuten Anstieg der Asylbewerberzahlen. In Eisenhüttenstadt, wo die ZABH als zentrale Erstaufnahmeeinrichtung im Land Brandenburg dient, will man nicht noch einmal von einem wachsenden Flüchtlingsstrom überrascht werden und wie im vergangenen Jahr auf Notplätze in der Turnhalle ausweichen müssen. Deshalb wurden zum Jahresende 2013 weitere Wohncontainer aufgestellt und in Betrieb genommen. In diesen haben bis zu 250 Flüchtlinge Platz.
Aber nicht alle 250 Plätze sind als Reserve für einen erwarteten Anstieg der Flüchtlingszahlen vorgesehen. Lediglich zwei Containeranlagen mit 100 Plätzen dienen der möglichen Erweiterung der Aufnahmekapazität des Wohnheims, in dem aktuell 572 Menschen – darunter 114 Kinder bis 15 Jahre – leben und unter denen Somalier sowie wie in jedem Winter Sinti und Roma aus Serbien die größten Gruppen bilden. In weiteren 100 Betten werden jene Flüchtlinge schlafen, die vorübergehend aus dem Männerhaus ausziehen müssen, dieses wird umfassend saniert.
Die fünfte Containeranlage ist zurzeit nicht bewohnt. Und am liebsten würden die Betreiber des Wohnheims diese Anlage auch nie belegen müssen. Denn diese fünfte Anlage ist als Infektionsschutz-Container eingerichtet worden. Dass ein solcher Container in der ZABH notwendig ist, wurde festgelegt, nachdem im vergangenen Jahr bei mehreren Flüchtlingen eine Erkrankung an Tuberkulose diagnostiziert worden war. Diese offene TBC ist stark ansteckend, die betreffenden Personen kamen sofort in Krankenhäuser, wo drei von ihnen noch immer behandelt werden müssen. In dem Infektionsschutz-Container können künftig alle Flüchtlinge, bei denen der Verdacht besteht, sie haben eine ansteckende Krankheit, isoliert untergebracht werden.
„Mit dieser Maßnahme soll bei einem erneuten Infektionsgeschehen die Zahl der untersuchungsbedürftigen Kontaktpersonen möglichst gering gehalten werden“, sagt Wolfgang Brandt, Sprecher des Brandenburger Innenministeriums. Alle Flüchtlinge werden bei ihrer Ankunft auf mögliche Erkrankungen untersucht.
Ende vergangenen Jahres war in Frankfurt eine Außenstelle der ZABH eingerichtet worden – für die Unterbringung syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge, welche mit hohem zusätzlichen Aufwand verbunden ist. In dieser Außenstelle sind derzeit aber keine Flüchtlinge untergebracht, erklärt Wolfgang Brandt. Alle 71 Syrer, die derzeit in der ZABH gemeldet sind, leben im Wohnheim in Eisenhüttenstadt. Im vergangenen Jahr hatten sich in der ZABH insgesamt 5031 Menschen gemeldet, um in Deutschland Asyl zu beantragen. 3305 Flüchtlinge wurden in Eisenhüttenstadt untergebracht, die anderen 1726 in andere Bundesländer gefahren. 261 Menschen verließen Deutschland freiwillig wieder.