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Begleiter durch die Vorweihnachtszeit Farben für den Advent

Von Gudrun Janicke | 04.12.2017, 05:00 Uhr

Weihnachtssterne von dunkelrot bis fast weiß – Es gibt Winzlinge und gewichtige Stämme

In allen Farben leuchtende Weihnachtssterne gehören mittlerweile zum Fest einfach dazu wie Stollen, Kerzen und Tannengrün. „Die Zimmerpflanzen bringen weihnachtliche Stimmung in das Haus“, sagt Kati Bräutigam, Geschäftsführerin des Rosengutes Langerwisch in Michendorf bei Berlin. 150 000 bis 200 000 dieser ursprünglich aus Südamerika stammenden Gewächse werden in jeder Saison in ihrem Betrieb aus nur fünf Zentimeter großen Trieben herangezogen. Es ist damit der größte Gartenbautrieb im Land, der sich mit dieser Kultur beschäftigt.

In den Gewächshäusern der Fontana Gartenbau GmbH in Manschow (Märkisch-Oderland) stehen derzeit bereits 23 000 leuchtende Weihnachtssterne bereit.

„Weihnachtssterne bringen den Gärtnereien das letzte Geld des Jahres in die Kassen“, sagt Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Immer mehr Kunden fragten auch gezielt nach im Land Brandenburg herangezogenen Pflanzen. „Regional gilt auch beim Weihnachtsstern als Kaufargument“, betont er. Es gehöre heute einfach dazu, die Wohnung vor dem Fest mit dieser exotischen Pflanze zu schmücken.

Die Zierpflanze, die zur Familie der Wolfsmilchgewächse zählt, hat in den Wochen vor Weihnachten Hochsaison. Millionen Töpfe werden bundesweit verkauft. Eigentlich kommt sie aus tropischen Ländern in Mittel- und Südamerika. 1804 brachte sie der Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) mit nach Europa.

In Langerwisch gedeihen 20 Sorten in den zwischen 16 und 18 Grad wohltemperierten Gewächshäusern. Besonders beliebt sind nach wie vor Exemplare mit der klassisch dunkelroten Blattfärbung. In Langerwisch sind es etwa 70 Prozent in diesem Ton, die an den Großhandel beziehungsweise in den Laden des Gartenbaubetriebes gehen. „Gefragt sind aber auch Pflanzen in pink, rosé, orange und hell“, sagt Bräutigam. Die Züchter suchten derzeit vor allem nach Varianten in blendend weiß oder in einem kräftigen Orangeton.

Sie räumt auch gleich mit einer sich nach wie vor haltenden Falschinformation über die Pflanze auf: Die bunten Blätter sind nicht die Blüten. Die seien eher unscheinbar wie kleine Knötchen, verrät sie.

Zudem tragen die Weihnachtssterne den Ruf als Sensibelchen nach Ansicht von Bräutigam zu unrecht. „Man sollte sie wie einen lieben Hausgenossen behandeln“, meinte die Expertin. „Nicht zuviel gießen, nicht austrocknen und vor Zug und Kälte schützen.“