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Teltow/Potsdam Explosion in Teltow: Manipulation vermutet

Von dpa | 01.09.2009, 08:56 Uhr

Ein Einfamilienhaus in Teltow im Kreis Potsdam-Mittelmark ist möglicherweise wegen einer manipulierten Gasleitung explodiert.

Die Kriminalpolizei ermittle gegen Unbekannt wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, sagte eine Polizeisprecherin gestern in Potsdam. Die Federführung liege beim Kommissariat für schwere Kriminalität in Potsdam. Das Haus war am Sonntagabend vermutlich bei einer Gasexplosion mit lautem Knall und einer riesigen Rauchwolke in die Luft geflogen. Menschen wurden nicht verletzt.

Die Hausbewohner, eine dreiköpfige Familie mit Mutter, Vater und Sohn, waren während der Explosion nicht im Haus. Sie kamen erst später an die Unglücksstelle. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) sagte der Familie Unterstützung zu. Die Stadt werde bei der Unterbringung der Familie und in Versicherungsfragen helfen, sagte er dem Radiosender Antenne Brandenburg des rbb.

In den gestrigen Morgenstunden hatte die Polizei die Suche nach Verschütteten eingestellt. Spürhunde hatten am Vorabend angeschlagen und die Feuerwehr hatte mit einem Ultraschallgerät Geräusche festgestellt. "Wir gehen nicht mehr davon aus, jemanden zu finden", sagte die Polizeisprecherin. Auch nachdem mehrere Kubikmeter Schutt abgetragen worden waren, gab es keine Anzeichen auf Verschüttete. Wegen Einsturzgefahr gestalteten sich die Arbeiten für Polizei und Rettungskräfte schwierig. Die Höhe des Schadens war vorerst nicht bekannt.

Dachstuhl zerstört und Wände herausgerissenDas Haus war kurz nach 18 Uhr zum großen Teil zerstört worden und ist nicht mehr bewohnbar. Der komplette Dachstuhl stürzte ein. Auch ganze Wände wurden herausgerissen und gaben den Blick auf die Zimmer frei. Einige Nachbarn mussten für kurze Zeit ihre Häuser verlassen. Das zweite Einfamilienhaus auf dem Grundstück wird gerade umgebaut und wurde durch die Explosion leicht beschädigt. Die Wohngegend ist nicht eng bebaut. Es handelt sich eher um Villengrundstücke.

Erst Mitte Juni war ein Einfamilienhaus in Märkisch-Buchholz im Kreis Dahme-Spreewald explodiert. Dort war der Durchlauferhitzer manipuliert worden. Die Polizei ging dort von einem Selbstmord des 54-jährigen Hausbesitzers aus. Er war allein im Haus und kam bei der Explosion ums Leben.