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Potsdam Erfolg mit Wermutstropfen

Von jleg | 08.01.2011, 01:57 Uhr

Alles in allem hat die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes, nach zehn Jahren Tätigkeit eine stolze Bilanz vorzuweisen.

Aber ihre Statistiken enthüllen auch, wie sehr sich die erfreuliche ökonomische Entwicklung auf den Raum konzentriert, der unmittelbar an den Südwesten Berlin angrenzt. 32 500 Arbeitsplätze mit einem Investitionsvolumen von 7 Milliarden Euro geschaffen oder gesichert, 900 größere Ansiedlungsprojekte betreut, bei 2500 kleinere Unternehmensgründungen mitgeholfen - das ist die Bilanz der zehn Jahre Arbeit der ZAB, die gestern stolz Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) und der ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt vorstellten.

Das Duo steht für die Kontinuität in der Ansiedlungspolitik des Landes und setzt auch weiterhin auf die immer stärkere Kooperation mit dem Nachbarn Berlin. Inzwischen sei die Zusammenarbeit so gut organisiert, dass es eines Zusammenschlusses nicht mehr bedürfe, sagte Christoffers. Dass die Erfolgsgeschichte der ZAB allerdings sowieso ganz eng mit dem Großraum Berlin verbunden ist und nur in sehr beschränktem Maße der zunehmenden wirtschaftlichen Spaltung Brandenburgs entgegenwirken kann, offenbaren die zum Jubiläum vorgelegten Statistiken. Die Landeshauptstadt liegt weit, weit vorn und weist mehr Investitionsvorhaben auf, als beispielsweise der ganze Süden des Landes. Und mit 509 Projekten findet sich weit mehr als die Hälfte aller Maßnahmen in den drei Kreisen Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Dahme Spreewald und der Stadt Potsdam. "Wir können und wollen keinem Unternehmen vorschreiben, wo es sich ansiedelt", sagt Christoffers. Kammradt weist darauf hin, dass in Potsdam und Umgebung zwar sehr viel mehr Unternehmen betreut würden. Dies sage allerdings wenig über die Arbeitsplätze aus.